HDS/L fordert Strukturreformen und faire Wettbewerbsbedingungen
Die deutsche Lederwaren- und Kofferindustrie blickt auf ein schwieriges Jahr 2025 zurück. Wie der Bundesverband der Schuh- und Lederwarenindustrie (HDS/L) mitteilt, gingen die Umsätze branchenweit um 6,6 Prozent auf 365,9 Millionen Euro zurück. Besonders deutlich fiel das Minus im Inland aus, wo die Erlöse um 10,1 Prozent auf 245,4 Millionen Euro sanken. Zuwächse verzeichnete dagegen das Auslandsgeschäft mit einem Plus von 1,4 Prozent auf 120,5 Millionen Euro
Auch die Beschäftigung entwickelte sich rückläufig. In Betrieben mit 50 und mehr Mitarbeitern sank die Zahl der Beschäftigten um 7,7 Prozent auf 850. Gleichzeitig stiegen die Erzeugerpreise für Lederwaren und Koffer um 1,3 Prozent, während die Verbraucherpreise in mehreren Produktgruppen – darunter Koffer, Rucksäcke und Geldbörsen – rückläufig waren
Im Außenhandel zeigte sich ein gemischtes Bild. Die Exporte von Lederwaren und Koffern sanken 2025 um 1,6 Prozent auf 2,74 Milliarden Euro. Besonders der Handtaschenexport entwickelte sich schwach: Stückzahlen und Exportwerte gingen zweistellig zurück. Gefragt war hingegen leichtes Reisegepäck, insbesondere textile Taschen und Aluminiumkoffer. Gleichzeitig stiegen die Importe um 8,3 Prozent auf 4,48 Milliarden Euro, angeführt von Lieferungen aus China, das mit einem Anteil von 43,1 Prozent wichtigstes Herkunftsland blieb
Mit Blick auf 2026 zeigt sich die Branche verhalten. 40 Prozent der befragten Unternehmen rechnen mit weiter sinkenden Umsätzen. Als größte Risiken nennen die Betriebe die schwache Inlandsnachfrage, steigende Arbeitskosten sowie die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen. HDS/L-Hauptgeschäftsführer Torben Schütz fordert vor diesem Hintergrund Strukturreformen, Bürokratieabbau und faire Wettbewerbsbedingungen gegenüber asiatischen Onlineplattformen, um die Branche nachhaltig zu stabilisieren.








