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Italiens Schuhindustrie fürchtet Kriegsfolgen

Siro Badon, Präsident des Herstellerverbands Assocalzaturifici

Branche setzte Erholungskurs im ersten Quartal fort

Die italienische Schuhindustrie hat im ersten Quartal die im letzten Jahr begonnene Erholung fortgesetzt, fürchtet aber die Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine. „Die Konsolidierung des 2021 begonnenen Aufschwungs wird von den Wolken am Horizont überschattet“, sagte Siro Badon, Vorsitzender des Herstellerverbands Assocalzaturifici, anlässlich einer Verbandstagung. „Die Auswirkungen des Russland-Ukraine-Konflikts, die stark gestiegenen Energiekosten und der nicht nachlassende Rohstoffpreisanstieg bremsen die Erholung.“

In den ersten drei Monaten stiegen die italienischen Schuhexporte wertmäßig um 21,4 Prozent und die Haushaltsausgaben um 20,6 Prozent. Bereits 2021 hatte sich der Gesamtumsatz der Branche um 18,7 Prozent auf 12,7 Milliarden Euro erhöht. Er lag damit aber immer noch unter dem Vor-Covid-Wert von 14,3 Milliarden Euro. Die Produktion stieg um 13,8 Prozent auf 148,8 Millionen Paar Schuhe.

Es besteht aber erhebliche Unsicherheit über die Zukunft der Branche. So führte der Kriegsausbruch Ende Februar zum Einbruch der Exporte nach Russland und in die Ukraine. Im März und April gingen die Ausfuhren dorthin um 52 Prozent zurück. „Neben den Auswirkungen des Krieges sehen wir einen starken Anstieg der Energiekosten und keine signifikante Reduzierung der seit vielen Monaten hohen Rohstoffpreise sowie Ängste vor neuen Varianten des Virus“, so Siro Badon.

Am stärksten erholt haben sich mit klassischen Herren- und Damenschuhen die Bereiche, die 2020 am stärksten unter den Auswirkungen von Lockdowns und Restriktionen gelitten hatten. Die Einkäufe von Touristen liegen aber immer noch weit vom Niveau von 2019 entfernt.

Die Exporte stiegen in den ersten drei Monaten des Jahres 2021 mengenmäßig um 11,7 Prozent und wertmäßig um 21,4 Prozent. Die Durchschnittspreise erhöhten sich um 8,7 Prozent. Insgesamt wurden 58,7 Millionen Paar Schuhe im Wert von drei Milliarden Euro exportiert und damit 4,9 Prozent weniger als im ersten Quartal 2019. Die Ausfuhren nach Deutschland erhöhten sich um 16 Prozent.

Der Abschmelzungsprozess in Italiens Schuhindustrie setzt sich weiter fort. Seit Jahresanfang schlossen 36 Unternehmen, zählt man die Hersteller von Schuhkomponenten hinzu, waren es sogar 119 Betriebe. Die Zahl der Beschäftigten erhöhte sich hingegen leicht um 140 Mitarbeiter.

 

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