Unternehmen sehen wachsende Probleme bei Bewerberqualität und Besetzung offener Lehrstellen
Der Handelsverband Deutschland (HDE) warnt vor zunehmenden strukturellen Problemen in der Ausbildung im Einzelhandel. Zwar bleibe die Branche eine der ausbildungsstärksten in Deutschland, doch die praktische Umsetzung gerate laut einer aktuellen Umfrage zunehmend unter Druck.
Mehr als 90 Prozent der befragten Unternehmen betrachten Ausbildung weiterhin als unverzichtbar für die Fachkräftesicherung. Gleichzeitig berichten jedoch 63 Prozent über Schwierigkeiten bei der Gewinnung geeigneter Auszubildender. Nur gut ein Viertel der Betriebe konnte im Ausbildungsjahr 2025 alle angebotenen Plätze besetzen, während mehr als ein Drittel keinen einzigen Ausbildungsplatz vergeben konnte.
HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth sieht die Ursachen vor allem in einem strukturellen Passungsproblem: Häufig fehle es Bewerberinnen und Bewerbern an grundlegenden Kompetenzen, realistischen Berufsvorstellungen und ausreichender schulischer Qualifikation. Diese Faktoren würden deutlich stärker ins Gewicht fallen als wirtschaftliche Rahmenbedingungen.
Zugleich hebt der Verband die Integrationsleistung des Einzelhandels hervor: Rund 18,5 Prozent der Unternehmen sprechen gezielt junge Menschen mit Migrationshintergrund an, um sie für eine Ausbildung zu gewinnen. Die Ergebnisse basieren auf einer Befragung von 276 Handelsunternehmen im März und April 2026.








