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Bekleidungsbranche: Russland-Geschäft kommt zu erliegen

GermanFashion präsentiert Statistik und Erwartungen 2021/2022

Das Jahr 2021 ist für die deutschen Bekleidungshersteller in Anbetracht der gesamten wirtschaftlichen Lage zufriedenstellend gelaufen. „Wir können für das gesamte Jahr 2021 ein leichtes Umsatzplus von 3 Prozent vermelden. Dies ist angesichts der herben Verluste im vorangegangenen Jahr sicherlich ein gutes Zeichen, doch das Vorjahresniveau von 2019 ist noch nicht wieder erreicht“, schildert Gerd Oliver Seidensticker, Präsident des deutschen Modeverbandes GermanFashion, die Lage.

„Erfreulich ist insbesondere, dass der Exportmotor wieder angelaufen ist und wir auf den wichtigsten Märkten der Branche ein Umsatzplus von 7 Prozent erzielen konnten“, so Seidensticker weiter.

Weiterhin zeigen die amtlichen Zahlen des Statistischen Bundesamtes bei den Beschäftigten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein Minus von 8 Prozent sowie -9 Prozent bei der Anzahl der Betriebsstätten.

Exportländer auf gutem Kurs

Die wichtigsten zehn Exportmärkte der deutschen Hersteller liegen bis auf Polen (-4 Prozent) und dem Vereinigten Königreich mit minus 12 Prozent in Folge des Brexits alle im Plus im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Sowohl das von Corona gebeutelte Italien als auch Belgien und Spanien sind als kaufkräftige Märkte für die deutsche Modebranche wieder da.

Bei den wichtigsten zehn Exportländern der Branche liegt unverändert folgende Rangliste vor: Schweiz, Polen, Österreich, Frankreich, Niederlande, Italien, Belgien, Spanien, Tschechien und Vereinigtes Königreich.

Sonderfall Russland

Der Ausfuhrwert für Bekleidung lag im Jahr 2021 bei rund 380 Millionen Euro. Auf der Rangliste der wichtigsten Exportländer liegt Russland damit an 13. Stelle. Das ist weniger als noch vor der Krise im Jahr 2019, aber stabil zum Vorjahr. Ab jetzt herrscht eine neue Situation. „Nachdem in den letzten Tagen noch Unsicherheit vorherrschte, wie stark die Beeinträchtigungen wohl sein würden, herrscht nun ganz deutlich Klarheit darüber, dass es kein Swift mehr geben wird, auch eine Kreditversicherung wird nicht mehr möglich sein. Die Geschäftsbeziehungen mit Russland kommen zum Erliegen“, sagt Seidensticker.

Importgewinner heißt Bangladesch

Die Produktion hat wieder angezogen, so dass das Jahr 2021 mit einem Importplus von 7 Prozent schließt. „Der Gewinner in der Produktion heißt Bangladesch mit einem Zuwachs von 22 Prozent. Dies ist zum einen Resultat der Probleme, die unsere Mitglieder zurzeit in China haben, zum anderen hat sich in den Fabriken in Bangladesch sehr viel getan. Nachhaltigkeit wird abgebildet und auch deutsche Hersteller haben dort in Fabriken investiert. Das Land hat sich zu einer möglichen Fernostalternative entwickelt“, sagt Thomas Lange, Hauptgeschäftsführer von GermanFashion.

China zeigt zwar ein leichtes Plus, aber nicht mehr auf dem Niveau wie in den vergangenen Jahren. Unsichere Länder wie Myanmar verlieren, ebenso die osteuropäischen Länder wie Bulgarien, Rumänien und Tschechien. Nach China heißen die wichtigsten Importländer der Branche Bangladesch, Türkei, Italien, Indien, Vietnam, Pakistan, Kambodscha, Niederlande und Polen. Das prozentual höchste Minus hat das Vereinigte Königreich, eine weitere Folge des Brexits.

„Abgesehen von der dramatischen und ungewissen Lage in Russland und der Ukraine gehen die deutschen Hersteller mit vorsichtigem Optimismus ins Jahr 2022 und hoffen, gegen Ende dieses Jahres das Niveau von 2019 wieder erreichen zu können,“ so Gerd Oliver Seidensticker.

 

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