Die zweite Ausgabe der Barefoot European Shoe Fair hat die zunehmende Bedeutung des Barfußschuhsegments unterstrichen. Vom 24. bis 26. Juli präsentierten sich in den Offenbacher Messehallen insgesamt 102 Aussteller mit 121 Marken aus 26 Ländern. Nach Angaben der Veranstalter kamen rund 75 Prozent der ausstellenden Unternehmen aus dem Ausland. Damit konnte die Messe ihre Position als internationaler Branchentreffpunkt für Barfußschuhe weiter festigen.
„Das große internationale Interesse und die positive Entwicklung der Ausstellerzahlen sind ein starkes Zeichen für die Attraktivität unseres Messestandorts“, erklärte Arnd Hinrich Kappe, Geschäftsführer der Messe Offenbach. Die hohe Internationalität der Aussteller unterstreiche zugleich die wachsende Bedeutung der Barefoot als internationale Branchenplattform.
Die ersten beiden Veranstaltungstage waren ausschließlich dem Fachpublikum vorbehalten. Hersteller, Marken, Händler und Branchenexperten nutzten die Messe zur Sichtung neuer Kollektionen, zum Austausch über aktuelle Marktentwicklungen und zur Anbahnung neuer Geschäftsbeziehungen. Am Sonntag öffnete die Messe zusätzlich ihre Türen für Endverbraucher. Damit sollten Barfußschuhe und ihre besonderen Produkteigenschaften auch außerhalb des Fachpublikums stärker bekannt gemacht werden. Im Mittelpunkt standen neue Produkte, Materialien und Innovationen sowie die weitere Vernetzung der internationalen Barfußschuhbranche.

Barfußschuhe gewinnen in den Kollektionen an Bedeutung
Das Wachstum der Messe spiegelt die dynamische Entwicklung des gesamten Marktsegments wider. Barfußschuhe werden längst nicht mehr ausschließlich von spezialisierten Anbietern angeboten. Zunehmend integrieren auch etablierte Schuhmarken entsprechende Modelle in ihre Kollektionen. Damit erweitern sie nicht nur ihre Produktpalette, sondern bieten auch dem Fachhandel zusätzliche Möglichkeiten, auf die steigende Nachfrage der Verbraucher zu reagieren.
Eine aktuelle Umfrage des Bundesverbands der Schuh- und Lederwarenindustrie HDS/L zeigt, wie deutlich der Anteil von Barfußschuhen innerhalb der Kollektionen gewachsen ist. Bei den befragten Herstellern und Marken lag der durchschnittliche Anteil der Barfußschuhmodelle in der Saison Frühjahr/Sommer 2026 bei 13 Prozent. Ein Jahr zuvor hatte der Durchschnitt noch sechs Prozent betragen. Bei einem Großteil der befragten Unternehmen bewegte sich der Anteil zuletzt zwischen zehn und 20 Prozent. Nach Einschätzung des Verbands verdeutlicht diese Entwicklung die gestiegene Bedeutung des Segments.
Begünstigt wird die Entwicklung durch eine steigende Bekanntheit der Produktkategorie. Neben dem besonderen Laufgefühl und der Bewegungsfreiheit rücken die Anbieter zunehmend Themen wie Gesundheit, Wohlbefinden und „Longevity“ in den Mittelpunkt ihrer Kommunikation. Moderne Designs und eine breitere modische Ausrichtung tragen ebenfalls dazu bei, dass Barfußschuhe heute unterschiedliche Alters- und Zielgruppen erreichen.
Auch das frühere Öko-Image hat das Segment nach Einschätzung des HDS/L weitgehend abgelegt. Die Produkte werden modischer, die Auswahl an Farben, Materialien und Silhouetten wächst. Dadurch dürften Barfußschuhe zunehmend auch Verbraucher ansprechen, die bei ihrer Kaufentscheidung neben Funktion und Komfort großen Wert auf eine zeitgemäße Optik legen.
Vom Sommerthema zum Ganzjahresprodukt
Gleichzeitig entwickelt sich der Barfußschuh zunehmend vom saisonalen Produkt zum Ganzjahresthema. Während der Handel Barfußschuhe in der Vergangenheit häufig vor allem mit der Frühjahr- und Sommersaison verband, bieten die befragten Hersteller mittlerweile auch für Herbst und Winter entsprechende Modelle an. Alle Teilnehmer der HDS/L-Umfrage betrachten die Produktgruppe inzwischen als ganzjährig relevantes Sortiment.
Damit steigen zugleich die Anforderungen an Produktentwicklung und Sortiment. Gefragt sind unter anderem wetterfeste Materialien, wärmere Fütterungen und Sohlenkonstruktionen, die den Grundgedanken des Barfußlaufens mit den Anforderungen der kälteren Jahreszeit verbinden. Für den Handel eröffnet diese Entwicklung die Möglichkeit, die Produktgruppe nicht nur saisonal, sondern dauerhaft auf der Fläche zu präsentieren.
Internationale Märkte bieten weitere Chancen
Das Wachstum beschränkt sich nach Einschätzung der Branche nicht auf Deutschland. Bereits bei der ersten Ausgabe der Messe waren zahlreiche internationale Besucher nach Offenbach gekommen. Bei ihren Exportaktivitäten richten viele Hersteller den Blick insbesondere auf europäische Märkte. Als wichtige Zielländer gelten unter anderem Großbritannien, die Schweiz, Österreich, die Niederlande, Tschechien und Spanien. Darüber hinaus sehen die Anbieter auch in den USA weiteres Potenzial.
Eine besondere Bedeutung kommt weiterhin dem stationären Fachhandel zu. Neben einer modernen Gestaltung der Produkte bleibt nach Einschätzung des HDS/L vor allem die kompetente Beratung entscheidend. Verbraucher müssten die Besonderheiten eines Barfußschuhs verstehen und das veränderte Trage- und Laufgefühl selbst erleben können. Hersteller unterstützen den Handel deshalb mit Schulungsmaterialien, fachlichen Informationen und gezielten Marketingmaßnahmen.
Messe künftig im halbjährlichen Rhythmus
Aufgrund der positiven Entwicklung wird die Barefoot künftig zweimal im Jahr stattfinden. Bereits vor Beginn der zweiten Ausgabe hatten 58 Aussteller ihre Teilnahme an der nächsten Veranstaltung verbindlich zugesagt. Während der drei Messetage kamen nach Angaben der Messe weitere Anmeldungen hinzu.
„Die große Resonanz zeigt, dass sich die Barefoot als wichtige internationale Plattform für die Barfußschuhbranche etabliert hat und für viele Unternehmen inzwischen ein fester Termin im Messekalender ist“, erklärte Kappe.
Die dritte Ausgabe findet vom 29. bis 31. Januar 2027 statt. Die vierte Veranstaltung ist bereits für den 23. bis 25. Juli 2027 vorgesehen. Mit dem halbjährlichen Rhythmus soll die Messe künftig sowohl die Frühjahr-/Sommer- als auch die Herbst-/Winter-Saison der Branche abbilden.
Einen ausführlichen Bericht über die Barefoot lesen Sie in Ausgabe SHOEZ 9-2026.




























