Floris van Bommel baut sein Netz eigener Brandstores weiter aus. Nach der Eröffnung eines neuen Geschäfts in Haarlem im August soll im November 2026 in Breda der zwölfte Brandstore folgen. Für Februar 2027 ist mit Groningen bereits Standort Nummer 13 geplant. Die neuen Geschäfte liegen jeweils in zentralen Innenstadtlagen und sind Teil einer Vertriebsstrategie, die eigenen Retail, selbstständigen Fachhandel, Onlinegeschäft und Outlets miteinander verbindet.
Das Storekonzept wird dabei erweitert. In den neuen Geschäften sollen neben Schuhen zunehmend auch Bekleidung und Accessoires präsentiert werden. Geräumige Umkleidekabinen ermöglichen es Kunden beispielsweise, eigene Outfits mitzubringen und dazu passende Schuhe auszuwählen. In Breda entsteht nach Unternehmensangaben der bislang größte Brandstore mit vollständigem Damen- und Herrenbereich sowie einem separaten Shop für die klassische Marke Van Bommel.
Hinter dem Ausbau steht nach Angaben des Unternehmens auch die Entwicklung im klassischen Schuhfachhandel. Creative & Marketing Director Floris van Bommel verweist darauf, dass die Zahl spezialisierter Schuhgeschäfte seit Jahren zurückgeht und damit auch die Sichtbarkeit von Schuhen im Straßenbild abnimmt. Eigene Stores sollen dieser Entwicklung entgegenwirken.
Gleichzeitig betont das Unternehmen, dass der selbstständige Fachhandel weiterhin die wichtigste Säule des Vertriebsmodells bleibe. Ergänzt werde er durch Shop-in-Shop-Lösungen sowie digitale Kooperationen und Dropshipping. Nach Angaben von Commercial Director Pepijn van Bommel arbeitet die Marke dabei unter anderem mit About You, Breuninger, Omoda und Zalando zusammen. Gerade im Abverkauf habe sich das Dropshipping mit größeren Handelspartnern bewährt.
Während Floris van Bommel in den Niederlanden expandiert, wurde das eigene Store-Netz in Deutschland zuletzt reduziert. Die Geschäfte in Hamburg, Nürnberg und Stuttgart wurden geschlossen. Als Gründe nennt das Unternehmen Veränderungen der jeweiligen Standorte und der Konsumbereitschaft. Gleichzeitig investiert die Marke nach eigenen Angaben gezielt in die verbliebenen Geschäfte in Köln und Düsseldorf. Der Kölner Store ist innerhalb der Ehrenstraße rund 50 Meter an einen neuen Standort gezogen und wurde vollständig neu eingerichtet.
Von einem Rückzug aus Deutschland will das Unternehmen dennoch nicht sprechen. Parallel hätten sich insbesondere die Onlinekooperationen mit Zalando und Breuninger weiterentwickelt. Auch die Zusammenarbeit mit langjährigen Handelspartnern in der DACH-Region soll fortgesetzt werden.
Der Umsatz des Familienunternehmens liegt nach eigenen Angaben aktuell bei rund 60 Millionen Euro. Bereits 2025 hatte Floris van Bommel für 2024 einen Jahresumsatz in dieser Größenordnung sowie rund 150 Mitarbeiter genannt. Rund 20 Prozent der Kollektion wurden damals in der eigenen Manufaktur im niederländischen Moergestel gefertigt, weitere 80 Prozent bei Partnerbetrieben in Portugal.
Floris van Bommel gehört zur Schoenfabriek van Bommel, deren Geschichte bis ins Jahr 1718 zurückreicht. Das Unternehmen wird heute von den Brüdern Reynier, Floris und Pepijn van Bommel in neunter Familiengeneration geführt. Den ersten größeren eigenen Brandstore eröffnete die Familie 2008 in Antwerpen.




























