Galeria hat einen wichtigen Schritt zur Stabilisierung des laufenden Geschäfts erreicht. Die insolvente Warenhauskette hat mit der US-Investmentgesellschaft Gordon Brothers eine Vereinbarung über ein sogenanntes Massedarlehen unterzeichnet. Die erforderlichen Zustimmungen des Amtsgerichts und des Gläubigerausschusses liegen nach Unternehmensangaben vor. Damit stehen Galeria zusätzliche Mittel zur Finanzierung des Geschäftsbetriebs und insbesondere des Weihnachtsgeschäfts zur Verfügung.
Das Darlehen verschafft dem Unternehmen nach eigenen Angaben „deutlich mehr Spielraum“. Der kontinuierliche Warenzufluss sei gesichert, zudem könnten Zahlungen im Rahmen der üblichen Prozesse wieder geprüft und freigegeben werden. Für Kunden gibt es ebenfalls eine konkrete Änderung: Gutscheine können ab sofort wieder eingelöst und auch neu gekauft werden.
Gordon Brothers war bereits vor dem Insolvenzantrag der wichtigste Kreditgeber von Galeria. Im Sommer hatte der Finanzierer eine warenbesicherte Kreditlinie von bis zu 160 Millionen Euro bereitgestellt. Kurz nach dem Insolvenzantrag hatte Gordon Brothers zudem einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag zur Zwischenfinanzierung zur Verfügung gestellt.
Parallel läuft die Suche nach neuen Investoren. Begleitet wird der Prozess von der Unternehmensberatung Roland Berger. Der vorläufige Insolvenzverwalter Frank Kebekus prüft zudem die wirtschaftliche Tragfähigkeit aller 83 Warenhäuser. Ob und wie viele Standorte geschlossen werden müssen, ist weiterhin offen.
Galeria hatte am 2. Oktober zum vierten Mal innerhalb von sechs Jahren Insolvenz beantragt. Für die Beschäftigten ist zumindest die Zahlung der Gehälter vorerst gesichert: Die Bundesagentur für Arbeit hat Insolvenzgeld für bis zu drei Monate bewilligt.
Vor dem Massedarlehen hatte sich die angespannte Liquiditätslage bereits sichtbar auf den Betrieb ausgewirkt. In mehreren Filialen waren einzelne Warenbereiche wegen Eigentumsvorbehalten von Lieferanten abgesperrt worden, zudem wurden Gutscheine zeitweise nicht angenommen. Mit der neuen Finanzierung sollen diese Einschränkungen nun schrittweise beseitigt werden.
Die Investorensuche bleibt dennoch entscheidend für die langfristige Zukunft des Warenhauskonzerns. Insolvenzverwalter Kebekus hatte zuletzt deutlich gemacht, dass weitere Einschnitte notwendig sein dürften, zugleich aber grundsätzlich an die Zukunft des Warenhauskonzepts glaubt.



























