Ermittlungen wegen Arbeitsausbeutung
Erstmals stehen ein italienisches Modeunternehmen und seine Manager direkt im Zentrum einer strafrechtlichen Untersuchung wegen mutmaßlicher Arbeitsausbeutung. Die Mailänder Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Tod’s und drei Führungskräfte. Die Vorwürfe: das Unternehmen habe die Arbeitsbedingungen in Subunternehmerwerkstätten bewusst ignoriert und damit die Ausbeutung von 53 chinesischen Beschäftigten ermöglicht.
Die Untersuchungen betreffen sechs Zulieferer in Mailand, Vigevano und Macerata. Kritische Punkte in Auditberichten von 2023 bis 2025 seien systematisch ignoriert worden. Die Staatsanwaltschaft beantragte zudem ein sechsmonatiges Werbeverbot für Produkte der betroffenen Zulieferer. Die Entscheidung fällt am 3. Dezember beim Ermittlungsrichter in Mailand.
Die Akte beschreibt schwere Verstöße gegen Arbeitszeiten, Löhne, Sicherheitsvorschriften und teils entwürdigende Wohnbedingungen. Tod’s wird vorgeworfen, externe Audits zwar durchgeführt, deren Ergebnisse aber ignoriert zu haben.
Tod’s reagierte gelassen: Die Supreme Court-Entscheidung, die einen früheren Antrag der Staatsanwaltschaft abgelehnt hatte, sei zur Kenntnis genommen worden. Neue Vorwürfe prüfe man „mit ruhiger Sorgfalt“. Gründer Diego Della Valle, nicht Teil der Ermittlungen, verteidigte die Reputation des Unternehmens und warnte vor möglichen Schäden für das „Made in Italy“-Label.








