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Sparpotenziale im Einzelhandel

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Neun Tipps für effizientes Kostenmanagement

Die Corona-Pandemie hat im Schuhhandel ihre Spuren hinterlassen und seither jagt scheinbar eine Herausforderung die nächste. Vor allem die Inflation setzt derzeit die Einzelhändler finanziell unter Druck, ebenso wie die steigenden Energiepreise und die Forderung von Politik sowie Kunden, sich für die Zukunft nachhaltig(er) aufzustellen. Für die Schuhhändler stellt sich daher die Frage, welche sinnvollen Maßnahmen sie ergreifen können, um den Spagat zwischen Kosteneinsparungen, Qualitätsansprüchen und Nachhaltigkeit zu meistern. Hier einige Ideen:

  1. Betriebskosten prüfen.

Wenn Geld gespart werden soll, sind prinzipiell zwei Schritte sinnvoll: Laufende, also bereits entstandene Kosten minimieren und zukünftige Kosten vermeiden. Die erste logische Maßnahme für Kosteneinsparungen besteht somit darin, die laufenden Betriebskosten zu prüfen und zu optimieren. Hierbei gilt es, ganzheitlich an die Sache heranzutreten, sprich alle Kosten zu berücksichtigen und sich zu fragen, ob diese eingespart oder zumindest reduziert werden können – und wie. Wichtig ist jedoch, dass auch weitere Faktoren berücksichtigt werden, wie die Qualität der Produkte oder die Kundenzufriedenheit durch den Service. Kosteneinsparungen dürfen also nicht im wahrsten Sinne des Wortes auf Kosten anderer Bereiche gehen, ansonsten drohen gegebenenfalls sinkende Umsätze oder andere Folgekosten, sodass die Maßnahmen nicht die gewünschten Ergebnisse bringen. Zu den Betriebskosten, die besonders häufig Potenziale für Kosteneinsparungen bieten, gehören die Lieferketten, die Miet- sowie Versicherungsanbieter und die Energiekosten. Es ist daher empfehlenswert, nicht nur einmalig, sondern in regelmäßigen Abständen zu prüfen, ob die aktuelle Lösung noch optimal ist oder ein Wechsel (nicht nur) in finanzieller Hinsicht Verbesserungen bringen würde.

  1. Lager und Logistik optimieren.

Im stationären Einzelhandel sind das Lager und die Logistik oft große Kostenpunkte, bieten aber zugleich viel Spielraum für Optimierungen. Eventuell lässt sich die Größe des Lagers reduzieren, es lässt sich eine günstigere Lösung finden oder einzelne Kosten können eingespart werden. So kann es zum Beispiel sinnvoll sein, die Etiketten für die Schuhe auszutauschen und dadurch nicht nur Kosten zu sparen, sondern noch weitere Vorteile zu genießen. Mehr Nachhaltigkeit oder eine schönere Optik sind dafür nur zwei von vielen Beispielen. Dieselbe Strategie kann für die Schuhkartons und gegebenenfalls für die Verpackungen bei einem Versand genutzt werden, um das perfekte Preis-Leistungs-Verhältnis zu finden.

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  1. (Zusätzlicher) Online-Verkauf der Schuhe.

Mit dem Versand ist ein wichtiges Stichwort gefallen, denn der Online-Handel ist mittlerweile in der Schuhbranche ein zentrales Thema. Immer mehr Menschen kaufen ihre Schuhe auch oder ausschließlich über das Internet. Dadurch ergeben sich für Einzelhändler neue Herausforderungen, aber auch Potenziale für Kosteneinsparungen. Denn wer seine Produkte ganz oder teilweise online verkauft, der braucht weniger Platz für ein stationäres Ladengeschäft und gegebenenfalls kann sogar das Lager auf ein Minimum reduziert werden. Stichwort: Dropshipping. Zudem lässt sich online eine deutlich größere Zielgruppe erreichen und somit der Umsatz steigern. Den stationären Schuhhandel zumindest durch den Online-Handel zu ergänzen, vielleicht sogar ganz zu ersetzen, ist somit in den allermeisten Fällen eine Überlegung wert, um sich auch finanziell bestmöglich für die Zukunft aufzustellen.

  1. Die Energieeffizienz priorisieren.

Wer sein Geschäft (noch) nicht rein online führt, für den ist auch die Energieeffizienz ein unumgängliches Thema. Je nachdem, ob das Objekt im Eigenbesitz oder gemietet ist, ergeben sich diesbezüglich unterschiedliche Möglichkeiten und Perspektiven. In gemieteten Objekten ist es sinnvoll, mit dem Vermieter Rücksprache zu halten, ob Optimierungen möglich sind, wann und in welcher Form. Meistens trägt er dafür die Kosten, jedoch sind natürlich auch Kompromisse möglich, die für beide Seiten Vorteile bringen. Schließlich refinanzieren sich Investitionen in die Energieeffizienz auf lange Sicht durch die getätigten Kosteneinsparungen. Ist der Vermieter nicht kompromissbereit oder die Möglichkeiten bei dem jeweiligen Objekt sind begrenzt, so kann auch ein Umzug eine Option sein, um die laufenden Kosten dauerhaft zu senken. Handelt es sich hingegen um eine eigene Immobilie, so können die Förderungen für eine energetische Sanierung genutzt werden, um bezüglich Dämmung, Heizung und Stromversorgung optimale Lösungen zu finden. Es kann sich auszahlen, einmal zu investieren, um langfristig auch in finanzieller Hinsicht zu profitieren. Zudem tragen entsprechende Maßnahmen wie eine PV-Anlage auf dem Dach zu einem nachhaltigen Image bei und können dadurch sogar für das Marketing genutzt werden.

  1. Marketingpotenziale kennen und nutzen.

Indirekte Kosten entstehen auch, wenn sich der Händler Marketingpotenziale entgehen lässt oder dieses ineffizient gestaltet. Deshalb sollte das Marketing regelmäßig auf den Prüfstand kommen, um die Streuverluste zu minimieren und somit aus dem vorhandenen Budget die maximale Umsatzsteigerung herauszuholen. Denn gutes Marketing muss nicht teuer sein und kann auf lange Sicht überflüssige Kosten vermeiden. Das Marketing ist also eine wichtige Stellschraube, um den Erfolg des Ladengeschäfts oder des Online-Handels zu steigern und dessen Prozesse effizienter zu gestalten. Hierbei ist auch das Ladenlayout ein wichtiges Thema, denn es sollte Aufmerksamkeit erregen und einen guten Eindruck erwecken, um Neukunden anzulocken und in treue Stammkunden zu verwandeln. Auch die Produktpräsentation spielt eine wichtige Rolle bei der Absatzsteigerung und sie kann zugleich den Bedarf an anderen, teureren Werbemaßnahmen reduzieren. Beim Marketing gilt es also, Prioritäten zu setzen, um den kleinstmöglichen Betrag in die sinnvollsten Maßnahmen zu investieren und dadurch maximale Erfolge zu erzielen.

  1. Lagerhaltung saisonal gestalten.

Ein Schuhgeschäft gehört zu jenen Unternehmen, die saisonal geprägt sind. Denn im Winter kauft kaum jemand Sandalen und im Sommer will niemand gefütterte Stiefel. Deswegen ist es in dieser Branche wichtig, diese Saisonalität in allen Bereichen zu berücksichtigen, um Kosten zu sparen. Das beginnt bei der Lagerhaltung, sprich es sollte möglichst vermieden werden, dass Schuhe über eine ganze Saison eingelagert werden müssen, bevor sie (wieder) verkauft werden können. Somit ist auch der Einkauf gefragt, um optimale Abläufe zu implementieren, damit immer genau die richtigen Schuhe in genau der richtigen Menge gelagert werden. Aber auch die Gestaltung im Ladengeschäft sowie das Marketing müssen saisonal angepasst werden, um ein optimales Einkaufserlebnis zu bieten. Denn indem die Zielgruppe genau das findet, wonach sie gerade sucht, können die Umsätze gesteigert werden und die vorhandene Ladenfläche wird optimal ausgenutzt. Dieselben Grundregeln gelten natürlich beim Online-Handel.

  1. Mitarbeiter richtig schulen.

Die Mitarbeiter sind ein weiterer Kostenfaktor, an dem für Einsparungen angesetzt werden kann. Das bedeutet aber nicht zwingend, das Gehalt kürzen oder Leute entlassen zu müssen – denn solche drastischen Maßnahmen sollten nur in Ausnahmefällen ergriffen werden und sie wirken sich negativ auf die Mitarbeiterzufriedenheit, ihre Leistungen sowie die Arbeitsatmosphäre im Allgemeinen aus. Stattdessen sollten die Mitarbeiter aktiv gefördert und richtig geschult werden, um ihr volles Potenzial zu entfalten und dadurch die Umsätze zu steigern. Zudem sind Schulungen zu dem Thema sinnvoll, wie die Mitarbeiter selbst im Arbeitsalltag Kosten einsparen können, beispielsweise durch das Sparen von Energie oder die Minimierung von Verschwendung.

  1. Die Inventur nicht vergessen.

Wie die bisherigen Beispiele bereits deutlich gemacht haben, braucht es nicht immer innovative Ideen, um Kosten einzusparen. Oft sind es die Details oder die altbekannten Klassiker wie eine regelmäßige Inventur, um spürbare Erfolge zu erzielen. Deshalb sollte die Inventur eine hohe Priorität haben. Das gilt einerseits, um Diebstähle sowie Verluste zu verhindern und den Überblick über die Bestände zu behalten. Andererseits ist sie wichtig, um bislang ungenutzte Sparpotenziale zu finden und sich in diesem Zuge zu fragen, welche Verbesserungen zukünftig vielleicht im Lager und in den Abläufen möglich sind, um das Schuhgeschäft noch kosteneffizienter zu gestalten.

  1. Die Chancen der Bargeldverwaltung nutzen.
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Auch ein gutes Bargeldmanagement kann Verluste durch Fehlbeträge sowie Diebstähle reduzieren und dadurch für Kosteneinsparungen sorgen. Weiterhin ergeben sich Potenziale durch alternative Zahlungsmöglichkeiten, um beispielsweise die Prozesse zu optimieren oder die Kundenzufriedenheit zu erhöhen – und in diesem Zuge auch die Umsätze zu steigern. Es lohnt sich also, im Alltag einmal mit offenen Augen auf den eigenen Betrieb zu blicken und in allen Bereichen nach Sparpotenzialen zu suchen.

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Unsere Leser sind Schuheinzelhändler (Unternehmer) sowie die zweite Führungsebene im Schuhfachhandel (Einkäufer, Filialleiter); Schuhindustrie, Schuhtechniker, Schuhhandelsvertreter und sonstige Geschäftspartner der Schuhbranche in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

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