Der Onlinehandel mit Schuhen und Bekleidung hat sich im dritten Quartal 2026 besser entwickelt als der E-Commerce insgesamt. Nach aktuellen Zahlen des Bundesverbands E-Commerce und Versandhandel Deutschland (bevh) stiegen die Onlineumsätze mit Schuhen gegenüber dem Vorjahresquartal um 6,4 Prozent auf 930 Millionen Euro. Bei Bekleidung betrug das Plus 4,9 Prozent auf knapp 3,5 Milliarden Euro. Der gesamte Waren-E-Commerce wuchs dagegen lediglich um 2,9 Prozent auf rund 18,5 Milliarden Euro.
Deutlich verändert hat sich zugleich die Position asiatischer Plattformen. Die Umsätze von Shein, Temu und AliExpress brachen im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahr um 35,5 Prozent auf 566 Millionen Euro ein. Ihr gemeinsamer Marktanteil am deutschen E-Commerce sank von 5,3 Prozent im zweiten Quartal auf 3,1 Prozent. Noch zur Jahresmitte hatten asiatische Plattformen besonders im Online-Modehandel stark zugelegt und mehr als 16 Prozent aller Bestellungen auf sich vereint.
Als wesentlichen Faktor sieht der bevh die seit Juli geltenden neuen Zollregeln. Mit dem Wegfall der bisherigen Zollfreigrenze von 150 Euro sind Sendungen aus Drittstaaten grundsätzlich zollpflichtig. Bei Kleinsendungen bis 150 Euro wird eine Pauschale von drei Euro je Warengruppe erhoben; ab November soll zusätzlich eine Bearbeitungsgebühr von zwei Euro hinzukommen. Nach Einschätzung des Verbandes setzen die zusätzlichen Kosten insbesondere margenschwache Niedrigpreisangebote unter Druck.
Von der Schwäche der asiatischen Anbieter profitieren deutsche Händler bislang allerdings nicht automatisch. bevh-Hauptgeschäftsführerin Alien Mulyk weist darauf hin, dass deren rückläufige Umsätze vielmehr auch das Wachstum des Gesamtmarktes bremsen. Der Verband fordert deshalb neben den Zollmaßnahmen eine stärkere Marktüberwachung und konsequentere Durchsetzung bestehender EU-Regeln.
Bei den Vertriebsformen legten Online-Marktplätze im dritten Quartal mit fünf Prozent weiterhin am stärksten zu. Multichannel-Anbieter steigerten ihre Onlineumsätze um 2,5 Prozent, während reine Online-Shops ein Minus von 0,8 Prozent verbuchten.




























