Österreichs Verkaufsflächen schrumpfen weiter

Top-Lagen wie der Graben in Wien sind weniger von Leerstand bedroht.
Top-Lagen wie der Graben in Wien sind weniger von Leerstand bedroht.

Anhaltender Rückgang im stationären Handel

Die Verkaufsflächen im österreichischen Einzelhandel sind auch im Jahr 2025 weiter zurückgegangen. Laut dem aktuellen Handelsflächen-Report 2026, erstellt von RegioPlan Consulting in Kooperation mit dem Handelsverband Österreich, verringerte sich die Gesamtverkaufsfläche im Vergleich zum Vorjahr um rund drei Prozent. Nachdem der Rückgang 2024 noch bei 3,3 Prozent lag, zeigt sich damit zwar eine leichte Abschwächung, der strukturelle Trend bleibt jedoch klar negativ. Seit 2014 ist ein kontinuierlicher Flächenrückgang zu beobachten. Im langjährigen Durchschnitt schrumpfen die Verkaufsflächen jährlich um etwa 1,5 bis 2,5 Prozent, was rund 280.000 Quadratmetern entspricht.

Verschiebung der Lagen und Flächennutzung

Auffällig ist die unterschiedliche Entwicklung der Lagen. Während sich die 25 wichtigsten Einkaufsstraßen des Landes vergleichsweise stabil zeigen und nur einen minimalen Flächenrückgang von 0,4 Prozent verzeichnen, sind mittelgroße und kleinere Geschäftszonen deutlich stärker betroffen. Dort sank die Verkaufsfläche im Jahresvergleich um 4,1 Prozent, begleitet von einer Leerstandsquote von knapp 14,7 Prozent. In Top-Lagen liegt die Leerstandsquote hingegen bei rund 5,6 Prozent. Frei werdende Flächen werden zunehmend für Gastronomie, Gesundheitsangebote oder andere Dienstleistungsnutzungen umgewidmet, um den Standort attraktiv zu halten.

Effizienz und Differenzierung als Erfolgsfaktor

Der Handel reagiert auf die Herausforderungen des Strukturwandels mit gezielter Optimierung seiner Standortnetze. Bestehende Flächen werden modernisiert, Konzepte geschärft und Sortimente angepasst, während unrentable Standorte konsequent reduziert oder aufgegeben werden. Gleichzeitig nutzen internationale Marken und innovative Handelskonzepte die Marktbereinigung für gezielte Expansionen.

Die ebenfalls jüngst veröffentlichte jährliche Expansionsanalyse von RegioPlan sieht Woolworth mit 48 Neueröffnungen im Zeitraum 2024 bis 2025 als derzeit dynamischstes Unternehmen am österreichischen Retail-Markt. Dass auch am hart umkämpften Modemarkt mit dem richtigen Konzept Expansion möglich ist, zeigen NKD (+16 Geschäfte) und s.Oliver (+8). Abseits von Woolworth wächst der Nonfood-Diskont ebenfalls weiter, etwa dank Action (+7 Stores).

Auch für Markteintritte ist Österreich weiterhin ein attraktives Pflaster: Im März wird die dänische Drogeriekette Normal ihre ersten beiden Stores hierzulande eröffnen. Die Outdoor-Bekleidungsmarke Arc‘teryx und der Schuhhändler On Running haben ebenfalls für die nächsten Monate ihre ersten Eröffnungen hierzulade angekündigt.

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