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Nike leidet unter Fabrikschließungen in Vietnam

US-Sportkonzern wächst nicht so stark wie erwartet

Die Schließung seiner vietnamesischen Fabriken wegen der hohen Inzidenzzahlen hat den Sportartikelhersteller Nike ausgebremst. „Wir haben bereits zehn Wochen Produktion verloren“, sagte Finanzchef Matt Friend bei der Vorlage aktueller Quartalszahlen. Die Werksschließungen treffen Nike besonders hart, weil in Vietnam rund die Hälfte der Schuhe und 30 Prozent der Sportbekleidung hergestellt werden. Zwar wurde ein Teil der Produktion nach China und Indonesien verlagert, doch die Überlastung der globalen Lieferketten wird zu Verzögerungen bei der Auslieferung führen. So dauere der Transport beispielsweise von Asien nach Nordamerika mit 80 Tagen etwa doppelt so lange wie üblich.

Das hat zur Folge, dass Nike im laufenden Geschäftsquartal nur noch mit Umsätzen auf Vorjahresniveau oder sogar mit einem Umsatzminus rechnet. Bereits im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2021/22 (per Ende August) konnte der weltgrößte Sportartikelhersteller seinen Umsatz um 16 Prozent auf 12,25 Milliarden Dollar (10,45 Milliarden Euro) steigern und damit weniger als von Analysten erwartet. Der Nettogewinn stieg um 23 Prozent auf 1,87 Milliarden Dollar, wie Nike mitteilte.

Getragen wurde das Wachstum vor allem vom Direktgeschäft über die eigenen Läden und die Webseiten. Über diese Kanäle – Nike Direct genannt – erwirtschaftete der amerikanische Sportartikelriese 38 Prozent seines Umsatzes, bei einem Zuwachs von 28 Prozent gegenüber dem ersten Quartal des Vorjahres. Die Konzentration auf das Direktgeschäft wirkt sich auch positiv auf die Bruttomarge aus, die sich trotz deutlich gestiegener Transportkosten um 1,7 Prozentpunkte auf 46,5 Prozent verbesserte.

 

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