Die Suche nach geeigneten Nachfolgern wird für mittelständische Unternehmen in Deutschland schwieriger. Das zeigt der neue „Nachfolgemonitor 2026“ von Creditreform, dem Verband Deutscher Bürgschaftsbanken und dem KCE KompetenzCentrum für Entrepreneurship & Mittelstand der FOM Hochschule. Den geburtenstarken Jahrgängen ausscheidender Unternehmer stehen immer kleinere Jahrgänge potenzieller Übernehmer gegenüber. Besonders Kleinstbetriebe haben Schwierigkeiten, einen Käufer zu finden.
Für den Schuhfachhandel ist vor allem die Entwicklung im Einzelhandel relevant. Zwischen 2016 und 2025 ging die Zahl der erfassten Übergaben in dieser Branche zurück, während sich beispielsweise das Handwerk vergleichsweise stabil entwickelte. Der Nachfolgemonitor führt die schwache Entwicklung im Handel unter anderem auf den Online-Druck und fehlende digitale Zukunftskonzepte zurück, die Unternehmensübergaben erschweren können.
Hinzu kommt das steigende Alter vieler Inhaber. Das Medianalter der Übergebenden lag 2025 bei 64 Jahren. Mehr als die Hälfte der untersuchten Übergaben findet im Alter zwischen 60 und 69 Jahren statt. Im Einzelhandel liegt das durchschnittliche Übergabealter im Zehnjahresvergleich bei gut 61 Jahren.
„Gerade kleinere Firmen haben mittlerweile große Schwierigkeiten, einen Nachfolger zu finden. Scheitert die Suche, muss oft geschlossen werden“, warnt Patrik-Ludwig Hantzsch, Leiter der Creditreform Wirtschaftsforschung. Damit gingen nicht nur Arbeitsplätze verloren, sondern auch unternehmerisches Know-how.
Gleichzeitig zeigt die Studie, dass übernommene Unternehmen wirtschaftlich keineswegs grundsätzlich schwach sind. Beim Übergabejahrgang 2024 lag der Umsatz im Median 17 Prozent über dem Niveau von drei Jahren zuvor. Allerdings können aufgeschobene Investitionen eine Übernahme zusätzlich erschweren: Neue Eigentümer müssen dann neben dem Kaufpreis häufig auch Modernisierungen finanzieren.
Auch auf der Käuferseite zeigen sich strukturelle Probleme. Mehr als 81 Prozent der Nachfolgen werden inzwischen von Einzelpersonen übernommen. Gleichzeitig sank der Frauenanteil unter den Übernehmenden 2025 auf nur noch 18,9 Prozent und damit auf den niedrigsten Wert seit Beginn der Erhebung.




























