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Italien verkauft weniger Schuhe

Gestiegene Durchschnittspreise retten den Umsatz

Licht und Schatten für Italiens Schuhindustrie. Sie schloss das erste Halbjahr 2023 positiv ab und verzeichnete ein Wachstum beim Umsatz (+7,4 %) und bei den Exporten (+10,2 % wertmäßig in den ersten 5 Monaten). Allerdings ging das Volumen zurück: -6,8 Prozent bei den Exporten und -5,7 Prozent bei der Produktion. Diese Zahlen gab der Herstellerverband Assocalzaturifici wenige Tage vor der Schuhmesse Micam vom 17. bis 20. September in Mailand bekannt.

„Die allgemein erwartete Abschwächung trat schließlich im zweiten Quartal des laufenden Jahres ein“, so die Assocalzaturifici-Vorsitzende Giovanna Ceolini. Auf den kräftigen Aufschwung im Jahr 2021 – nach dem durch die Lockdowns verursachten Einbruch – und die Fortsetzung der Erholung im Jahr 2022 – wenn auch langsamer, da sich das Geschäftsniveau wieder normalisierte – folgte nach einem vielversprechenden Start ins Jahr 2023 eine deutliche Verlangsamung der meisten wirtschaftlichen Variablen.

Nach zweistelligen Zuwächsen in den Vormonaten zeigten die Exporte, die seit jeher die treibende Kraft des Schuhsektors waren, im Zeitraum April bis Mai eher stabile Werte (+1 %) und einen Rückgang beim Volumen (-14,9 %). Alle wichtigen Exportdestinationen verzeichneten in den ersten fünf Monaten Wertsteigerungen. Ausnahmen bildeten die Schweiz, Großbritannien und Kanada. Der deutliche Rückgang von Ausfuhren in die Schweiz (-13 % Prozent beim Wert, -29 % bei den Paarzahlen) ist vermutlich auf veränderte Vertriebsstrategien von Luxusmarken zurückzuführen, die das Land bisher als Logistikzentrum nutzten.

Trotz der jüngsten Besorgnis über die Verlangsamung der Volkswirtschaft kamen bisher sehr ermutigende Anzeichen aus China (+20,4 % beim Volumen und +43,4 % beim Wert), wo der Durchschnittspreis bei weitem der höchste unter den wichtigsten Absatzmärkten für italienische Schuhe ist. Dies zeigt deutlich, dass diese Zahlen vor allem mit den großen Luxusmarken zusammenhängen. Erholt haben sich nach dem Einbruch zu Kriegsbeginn die Exporte nach Russland und in die Ukraine (+37 % bzw. +56 % wertmäßig).

Insgesamt betrugen die italienischen Schuhexporte in den ersten fünf Monaten des Jahres 87,9 Millionen Paar, das waren 6,4 Millionen Paar oder 6,8 Prozent weniger als im gleichen Vorjahreszeitraum. Der Durchschnittspreis pro Paar stieg um 18,2 Prozent auf 62,47 Euro.

Betrachtet nach Regionen verzeichnen sowohl EU-Länder – in die zwei von drei ins Ausland verkaufte Schuhen gehen – als auch Nicht-EU-Ziele einen Wertzuwachs und einen Mengenrückgang. Allerdings entwickelten sich die Ausfuhren innerhalb der Europäischen Union besser (-4,5 % beim Volumen und +14 % beim Wert) als in andere Märkte (-10,9 % bzw. +7 % insgesamt). Wichtigste EU-Märkte sind Frankreich, Deutschland, Spanien, die Niederlande, Belgien und Polen. Die Zahl der Schuhhersteller in Italien ging im ersten Halbjahr um 122 oder 3,2 Prozent zurück.

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