Handelsverband bewertet Koalitionsbeschlüsse als ersten Schritt
Nach den heute vorgestellten Beschlüssen der Regierungskoalition hat der Handelsverband Deutschland (HDE) weiterhin umfassenden Reformbedarf angemahnt. Die Maßnahmen seien zwar als erste Schritte zur Entlastung zu bewerten, blieben aus Sicht des Verbands jedoch hinter den notwendigen strukturellen Anpassungen zurück.
HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth betonte, insbesondere bei den Lohnnebenkosten bestehe dringender Handlungsbedarf. Diese müssten perspektivisch auf 40 Prozent gedeckelt werden, da die Belastungen für Unternehmen im Bereich Arbeit weiter zunähmen. Positiv bewertet der Verband die angekündigten Entlastungen bei Energie- und Kraftstoffkosten sowie die geplante Reform der Einkommensteuer, die insbesondere mittlere und untere Einkommen stärken könne.
Gleichzeitig warnte der HDE vor möglichen Gegenfinanzierungen, etwa durch eine Mehrwertsteuererhöhung, da diese die erhofften Konsumeffekte wieder aufheben könnten. Auch steuer- und abgabenfreie Sonderzahlungen für Beschäftigte sieht der Verband kritisch, da viele Handelsunternehmen derzeit kaum finanziellen Spielraum für zusätzliche Leistungen hätten.
Zudem kritisiert der HDE, dass weitergehende Maßnahmen wie eine Senkung der Stromsteuer für Unternehmen und Verbraucher bislang nicht Teil der Beschlüsse seien. Insgesamt reichten die aktuellen Schritte aus Sicht des Verbands nicht aus, um den strukturellen Kostendruck im Einzelhandel nachhaltig zu reduzieren.








