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Gerry Weber ist erneut Sanierungsfall

Gerry Weber behält nur profitable Geschäfte.

Unternehmen meldet Insolvenz für deutsche Filialnetz-Tochter an

Der Damenmodekonzern Gerry Weber muss erneut saniert werden. Wie die börsennotierte Konzern-Holding bekanntgab, hat sie ein vorinsolvenzliches Sanierungsverfahren eingeleitet, mit dem die Schuldenlast deutlich reduziert und frisches Kapital aufgenommen werden soll. Der Vorstand nimmt das Unternehmen von der Börse, die erst 2019 eingestiegenen Finanzinvestoren Robus, Whitebox und JPMorgan verlieren ihr Geld ebenso wie die Kleinaktionäre.

Für das in der Tochterfirma Gerry Weber Retail gebündelte Filialnetz in Deutschland meldet der Vorstand beim Amtsgericht Bielefeld Insolvenz am. Betroffen sind rund 600 Mitarbeiter. Wieviele Store geschlossen werden müssten, hänge von den Verhandlungen mit den Vermietern in den nächsten Wochen ab.

Das Sanierungsvorhaben sei „eine notwendige Reaktion auf die äußeren Umstände“, sagte Vorstandschefin Angelika Schindler-Obenhaus. Dazu gehörten die Ladenschließungen in der Pandemie und das veränderte Kundenverhalten. Der Einzelhandel müsse neu ausgerichtet werden. Schindler-Obenhaus sagte, Gerry Weber wolle „das Filialnetz der Zukunft bauen“, gleichzeitig aber „jeden Quadratmeter Fläche auf den Prüfstand stellen.“ Das Unternehmen müsse sich auf den gesunden Kern konzentrieren, den Großhandel und das Auslandsgeschäft stärken. Insolvenzverwalter des Filialgeschäfts von Gerry Weber wird Christian Gerloff. „Das Wholesale-Geschäft, der E-Commerce und auch das Auslandsgeschäft sind von den Maßnahmen nicht betroffen“, bekräftigte CFO Florian Frank.

Die Verhandlungen mit den wesentlichen Gläubigern liefen, erklärte Gerry Weber. Ziel sei es, die Finanzierung bis 2026 abzusichern. Gerry Weber nutzt für die Holding das vor zwei Jahren in Deutschland eingeführte StaRUG-Verfahren, mit dem Unternehmen außerhalb der Insolvenz entschuldet werden können.

Gerry Weber beschäftigt weltweit 2100 Mitarbeiter. 2019 hatte das Unternehmen – damals noch mit einer Belegschaft von 3600 Mitarbeitern – nach einer jahrelangen schnellen Erweiterung des Filialnetzes und der Übernahme der Damenmodekette Hallhuber Insolvenz angemeldet. Damals waren die Gläubiger um Robus (39,5 Prozent) und Whitebox (38,5 Prozent) zu Eigentümern geworden.

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