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Angespannte Stimmung in der Schuhindustrie

Umsätze legten 2023 nominell leicht zu

Trotz gestiegener Umsätze im vergangenen Jahr blickt die deutsche Schuhindustrie mit Sorge auf das Jahr 2024. Von einer „angespannten Stimmung“ sprach der Vorsitzende des Bundesverbandes der Schuh- und Lederwarenindustrie (HDS/L), Carl-August Seibel. „Auch wir können uns natürlich der Situation der deutschen Wirtschaft nicht entziehen“, sagte Seibel bei der Schuhmesse Shoes in Düsseldorf. Bei einer Umfrage seines Verbandes hätten die Unternehmen in den vergangenen zwei Monaten nur von einer „befriedigenden Geschäftslage“ gesprochen. Die Verbraucher seien zögerlich und die Verwerfungen in den Lieferketten infolge der Huthi-Angriffe auf Handelsschiffe sorgten für zusätzliche Risiken und Kosten, vor allem bei jenen Unternehmen, die in Asien fertigten.

Nach Angaben des Verbandes betrug der Umsatz der deutschen Schuhhersteller 2023 rund 2,21 Milliarden Euro – ein nominelles Plus von 1,84 Prozent im Vergleich zu 2022. Angesichts der Inflation geht der HDS/L allerdings von einem realen Rückgang aus. Zu wenig, um die gestiegenen Kosten aufzufangen, ordnet der HDS/L ein. Im Inland hat die Schuhindustrie 1,64 Milliarden Euro umgesetzt, 1,9 Prozent mehr als 2022; im Ausland legte die Branche um 1,8 Prozent auf 568 Millionen Euro zu. Der Auslandsumsatz wird laut Verband zu rund 60 Prozent innerhalb der Eurozone erzielt. Gefragt sind deutsche Schuhe vor allem in Polen und in Frankreich.

Während die Ausfuhren gesteigert wurden, sanken die Importe deutlich um über 15 Prozent. Vor allem aus China, das aber nach wie vor wichtigstes Importland bleibt; profitiert davon haben Vietnam und Indien.

Trotz großer Resilienz und Kreativität der Hersteller sei angesichts der schwierigen Rahmenbedingungen eine Trendwende nicht in Sicht. „Unsere schon vorsichtigen Prognosen drohen verfehlt zu werden, da die Inflation die Konsumbereitschaft schwächt“, sagte HDS/L-Hauptgeschäftsführer Manfred Junkert. Ein Miniwachstum von 0,2 Prozent, wie die Bundesregierung prognostiziert, sorge nicht für den benötigten Schub. „Es braucht klare Signale seitens der Politik, damit die Stimmung nicht endgültig und auf breiter Front kippt“, so Junkert.

 

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