Zalando hat im zweiten Quartal 2026 deutlich zugelegt. Das Bruttowarenvolumen (GMV) stieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 20,7 Prozent auf 4,92 Milliarden Euro. Der Konzernumsatz erhöhte sich um 20,8 Prozent auf 3,42 Milliarden Euro. In den Zahlen ist die im Juli 2025 übernommene Modeplattform About You enthalten.
Das bereinigte operative Ergebnis verbesserte sich um rund zehn Prozent auf 204,8 Millionen Euro. Die bereinigte EBIT-Marge ging allerdings von 6,5 auf 6,0 Prozent zurück. Ohne die Konsolidierung von About You habe sich die Marge des bisherigen Zalando-Geschäfts auf 6,6 Prozent erhöht. Die Synergien aus der Übernahme trugen im zweiten Quartal nach Unternehmensangaben bereits mehr als zehn Millionen Euro zum Ergebnis bei. Der Nettogewinn sank dagegen von 96,6 auf 73,8 Millionen Euro.
B2B-Geschäft gewinnt an Bedeutung
Besonders dynamisch entwickelte sich das Geschäft mit Dienstleistungen für Marken und Händler. Der Umsatz im B2B-Segment stieg um 27,6 Prozent auf 334,7 Millionen Euro. Das bereinigte EBIT erhöhte sich von 11,4 auf 40,7 Millionen Euro, die Marge verbesserte sich von 4,3 auf 12,2 Prozent. Zum B2B-Bereich gehören unter anderem die Logistikplattform ZEOS sowie die Softwareanbieter Tradebyte und Scayle.
Zalando öffnet damit seine Logistik-, Software- und Service-Infrastruktur zunehmend für externe Unternehmen. Zu den neuen Scayle-Kunden zählt auch die Wortmann-Gruppe. Zudem soll eine Kooperation mit dem britischen Handelskonzern Marks & Spencer in 22 Märkten starten. Die KI-gestützte Plattform Scayle Studios, mit der Marken Produktbilder und Modeinhalte digital erstellen können, wird nach Angaben von Zalando inzwischen von mehr als 100 Marken genutzt.
Auch das Endkundengeschäft legte zu. Das GMV wuchs in den drei Apps Zalando, About You und Lounge by Zalando. Die Zahl der aktiven Kunden erreichte 62,5 Millionen und lag damit 18,3 Prozent über dem Vorjahreswert. Die Zahl der Bestellungen stieg von 65 auf 77,5 Millionen, der durchschnittliche Warenkorb erhöhte sich von 61,60 auf 63,40 Euro. Besonders stark entwickelten sich laut Zalando die Kategorien Sport und Beauty.
Wachstum am unteren Ende der bisherigen Prognose
Für das Gesamtjahr zeigt sich Zalando beim Wachstum nun vorsichtiger. Das Unternehmen erwartet, dass Umsatz und GMV in der unteren Hälfte der bislang prognostizierten Spanne von zwölf bis 17 Prozent wachsen werden. Die Prognose für das bereinigte EBIT wurde von bislang 660 bis 740 Millionen Euro auf 680 bis 720 Millionen Euro eingegrenzt.
Zalando begründet die höhere Sicherheit beim Ergebnis unter anderem mit weiteren Synergien aus der About-You-Übernahme, Effizienzmaßnahmen und erwarteten Einsparungen durch die Neuordnung des europäischen Logistiknetzes. Die vorsichtigere Wachstumsprognose kam an der Börse dennoch schlecht an: Die Zalando-Aktie verlor am Dienstagvormittag zeitweise deutlich an Wert.



























