Die Krise bei der Schweizer Luxusmarke Bally spitzt sich zu. Das 175 Jahre alte Unternehmen befindet sich seit Mitte Juni in einer provisorischen Nachlassstundung und steht unter Aufsicht des Konkursamts Lugano. Die Frist läuft zunächst bis zum 15. Oktober 2026. Ein Sachwalter prüft, ob eine Sanierung oder ein Nachlassvertrag möglich ist.
Der Schweizer Unternehmer Roberto Martullo, der bereits die Schuhmarke Künzli übernommen hatte, bekundete Interesse an Bally. Nach eigenen Angaben wollte er die gesamte Unternehmensgruppe einschließlich Marke, Geschäften, Maschinen und Standort übernehmen. Der US-Eigentümer Regent LP lehnte das Angebot jedoch ab. Martullo stehe weiterhin für Gespräche bereit und wolle im Falle einer Übernahme die Schweizer Schuhproduktion möglichst schnell wieder aufnehmen.
Unterdessen hat ein Gericht in Lugano die geplante Übertragung der Marke Bally an eine erst im Mai gegründete US-Gesellschaft gestoppt. Hintergrund ist laut Medienberichten der Verdacht, dass die wertvolle Marke aus dem Unternehmen herausgelöst und damit das verbleibende Vermögen zulasten der Gläubiger geschmälert werden könnte. Ob sich dieser Verdacht bestätigt, ist offen.
Bally hatte die Schuhproduktion im tessinischen Caslano bereits eingestellt. Die letzten 27 Beschäftigten in der Produktion verloren ihre Stellen. Zudem wurden zahlreiche Schweizer Geschäfte geschlossen, darunter zuletzt auch die Filiale an der Zürcher Bahnhofstrasse. Geöffnet ist nach den vorliegenden Berichten nur noch die Boutique in St. Moritz.
Bally wurde 1851 gegründet und gehört seit August 2024 dem US-Investmentfonds Regent LP. Die Schulden des Unternehmens werden auf rund 100 Millionen Schweizer Franken beziffert.



























