Die 58. Innatex ist am 20. Juli in Hofheim-Wallau nach drei Tagen zu Ende gegangen. Trotz der angespannten wirtschaftlichen Lage zeigte sich die Branche für nachhaltige Mode nach Angaben des Veranstalters realistisch, aber zuversichtlich.
„Niemand erwartet derzeit einen großen Wurf, aber die Branche zeigt sich konstruktiv und bereit, die nötigen Maßnahmen umzusetzen“, sagt Innatex-Projektleiter Alexander Hitzel. Die Kaufzurückhaltung im Handel sei deutlich spürbar. Gleichzeitig wachse das Interesse internationaler Marken an der Messe. Künftig sollen die Ausstellungsbereiche deshalb neu strukturiert und internationale Neuzugänge stärker hervorgehoben werden.

Im Mittelpunkt des Rahmenprogramms standen unter anderem neue gesetzliche Vorgaben gegen irreführende Umweltaussagen. Nachhaltigkeitsberaterin Ronja Hüttinger sieht darin Chancen für kleinere Unternehmen, die ihre Lieferketten und Produktionsbedingungen belegen können. Die Regelungen sollten den Unterschied zwischen glaubwürdiger Nachhaltigkeitsarbeit und Greenwashing sichtbarer machen.
Als wichtigen Erfolgsfaktor nannte die Branche zudem Kooperationen zwischen Marken, Handel und lokalen Partnern. „Kooperationen müssen nicht immer den klassischen Mustern folgen“, erklärte Henry Canton, Mitgründer von Mazine Streetwear. Auch kleinere und ungewöhnliche Partnerschaften könnten eine starke Wirkung entfalten.
Im Rahmen der Messe verlieh der Verband Deutscher Mode- und Textildesigner Auszeichnungen an Vaude, Jan’n June, Wote und Sweersocean. „Wir brauchen jetzt Unternehmen, die Kurs halten“, sagte Dr. Jürgen Janssen, Generalsekretär des Rats für Nachhaltige Entwicklung. Nachhaltige Unternehmen seien trotz des derzeitigen Gegenwinds langfristig zukunftsfähig.
Die nächste Innatex findet vom 16. bis 18. Januar 2027 statt. Zuvor wird die laufende Orderrunde mit dem Innatex Showroom am 16. und 17. August 2026 in Bern abgeschlossen.




























