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Textilhandel setzt wieder großflächig auf Toplagen

Mit 46 Prozent am Flächenumsatz ist Mode klarer Primus unter den Branchen

Der deutsche Vermietungsmarkt für Einzelhandelsimmobilien setzt seinen konstanten Kurs fort und hat im dritten Quartal 2023 mit einem Flächenumsatz von 123.300 Quadratmetern sogar das stärkste Einzelquartal seit zwei Jahren erzielt. Im bisherigen Jahresverlauf verbucht der Markt 623 Neuanmietungen mit insgesamt 336.200 Quadratmetern. Das sind zwar sieben Prozent weniger Abschlüsse, zugleich aber sechs Prozent mehr vermietete Fläche im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Aniko Korsos, Head of Retail Leasing JLL Germany: „Der Markt hat in den vergangenen zehn Quartalen jeweils die 100.000 Quadratmeter übertroffen und in den jüngsten beiden Quartalen mit 112.100 Quadratmetern und 123.300 Quadratmetern sogar Ausreißer nach oben geliefert. Selbst wenn das letzte Quartal des Jahres nun aufgrund der angespannten Wirtschaftslage etwas an Dynamik verlieren sollte, dürfte die Jahresprognose von 425.000 Quadratmetern sicher erreicht werden. Ausschlaggebend waren erneut die großflächigen Anmietungen mit mehr als 2.000 Quadratmeter, die im bisherigen Jahresverlauf gut 43 Prozent des gesamten Flächenumsatzes ausmachten. Eine Reihe von Marken, darunter Snipes und Rituals optimieren ihre Flächen, indem sie Standorte konsolidieren, dafür aber großflächiger neuanmieten.“ Vor allem in den zehn Metropolen wurde umfangreich angemietet: 62 Prozent aller Abschlüsse mit mehr als 2.000 Quadratmetern – insgesamt 89.400 Quadratmeter – entfielen auf die Big 10.

Nicht nur bei den Großanmietungen zeigten sich die Metropolen im bisherigen Jahresverlauf deutlich präsenter: „Mit Blick auf den Gesamtflächenumsatz haben die zehn größten Städte ihren Anteil im bisherigen Jahr mit 180.900 Quadratmetern auf 54 Prozent deutlich ausgebaut. In den drei Jahren zuvor hatte dieser bei rund einem Drittel gelegen“, vergleicht Korsos.

Rund die Hälfte dieses Flächenumsatz in den Metropolen steuerte der Textilhandel bei. Insgesamt kommt die Branche bei 173 Anmietungen auf einen Flächenumsatz von knapp 155.000 Quadratmetern und damit auf 46 Prozent im Branchenvergleich. Vor allem Bekleidungshäuser und Young-Fashion-Anbieter trieben den Umsatz nach oben. „Inditex hat seinen deutschlandweit größten Laden mit 6.000 Quadratmetern im Oberhausener Westfield Centro angemietet und rollt parallel sein neues Konzept Stradivarius mit deutschlandweit vier Anmietungen aus“, nennt Korsos Beispiele.

Das langjährige Kopf-an-Kopf-Rennen mit der Sparte Gastronomie/Food ist damit vorerst beendet, denn diese landet abgeschlagen bei 20 Prozent Flächenumsatzanteil, während Gesundheit/Beauty und Sport/Outdoor nur noch bei jeweils sieben Prozent im einstelligen Bereich bleiben.

Vor allem durch Großabschlüsse im Westfield Überseequartier in der Hafencity führt Hamburg die Rangliste der flächenumsatzstärksten Städte an: 47.400 Quadratmeter bei 56 Deals sichern Hamburg einen deutlichen Vorsprung vor Frankfurt mit 37.300 Quadratmetern bei 45 Anmietungen. Berlin, Spitzenreiter der vergangenen Jahre, folgt mit 58 Abschlüssen und 34.600 Quadratmetern erst auf Platz drei. „Vor allem die Mainmetropole Frankfurt hat das Vorjahr mit 410 Prozent deutlich übertroffen. Auch der Fünfjahresschnitt von 14.700 Quadratmetern wurde mehr als verdoppelt, was vor allem auf das Modehaus Aachener zurückzuführen ist, das 27.000 Quadratmeter im ehemaligen Karstadt auf der Zeil angemietet hat. Zugleich folgt Sport Scheck auf das Schuhgeschäft Görtz und JD Sports auf Bershka“, analysiert Korsos.

Wieder konstant zeigen sich derweil die Spitzenmieten. Zwar mussten sechs der zehn Städte im Jahresvergleich leichte Rückgänge verbuchen. Doch sind die Werte nun wieder stabil und werden es aller Voraussicht nach auch bis Jahresende bleiben. Hier führt Münchens Kaufingerstraße-Marienplatz das Feld weiterhin mit 340 Euro je Quadratmeter im Monat vor Berlins Tauentzienstraße mit 290 Euro und der Frankfurter Zeil sowie der Düsseldorfer Königsallee mit je 270 Euro an. „Ich gehe davon aus, dass die Werte auch weiterhin stabil bleiben werden und in den Toplagen mittelfristig auch wieder zulegen werden. Vor allem dort, wo neu gebaut wird, müssen sich die Entwicklungen durch steigende Mieten rentieren“, gibt Korsos einen Ausblick.

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