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Shoepassion: Gläubiger nehmen Insolvenzplan an

Schuhhändler setzt Fokus künftig wieder auf das Onlinegeschäft

Die Gläubiger der Shoepassion GmbH haben den von der Gesellschaft beim zuständigen Amtsgericht in Charlottenburg vorgelegten Insolvenzplan angenommen. Das Gericht hat den Plan daraufhin bestätigt.

In den vergangenen Monaten wurden wesentliche Restrukturierungs- und Sanierungsmaßnahmen im Unternehmen umgesetzt. Im Ergebnis liegt der zukünftige Fokus bei Shoepassion nun wieder auf dem traditionell starken Onlinegeschäft. Die neuen Eigenmarken unter dem Dach der Shoepassion sollen weiter ausgebaut werden. So haben im Verlauf des vergangenen Jahres neben der Marke Dinkelacker auch die Sneaker-Marke N91 und die Marke für „Modern Classics“, Henry Stevens, einen eigenen Online-Auftritt bekommen.

„Wir sind sehr froh in diesen herausfordernden Zeiten bisher gut durch das Eigenverwaltungsverfahren gekommen zu sein und außerordentlich dankbar für die positive Einigung mit unseren Gläubigern und Geschäftspartnern“, sagt Björn Henning, der das Unternehmen als alleiniger Geschäftsführer vertritt.

Im Zuge der Sanierung wurden sieben der vormals zehn Ladengeschäfte geschlossen und das Team um etwa die Hälfte verkleinert. An drei Standorten ist Shoepassion aber weiterhin aktiv: Die Ladengeschäfte in Berlin und in Bietigheim-Bissingen bei Stuttgart wurden während der Sanierung in neue Räumlichkeiten mit besserer Lage und günstigeren Konditionen umgezogen und gleichzeitig modernisiert. In Frankfurt am Main soll das Ladengeschäft ebenfalls weitergeführt und entwickelt werden.

Auch bei der Berliner Hauptniederlassung gibt es Änderungen. Sie wurde aus dem Stadtzentrum in der Ackerstraße in den Außenbezirk Marzahn verlegt. Am Standort in der Wolfener Straße, wo bisher bereits die hauseigene Logistik und der Kundenservice beheimateten waren, sind nun wieder alle Unternehmensfunktionen räumlich eng miteinander verbunden.

Während des Verfahrens wurde auch das Management-Team, welches das Unternehmen seit der frühen Aufbauphase geführt und entwickelt hatte, deutlich verkleinert. So hatte der Geschäftsführer und CFO Daniel Pokorzynski sein Amt bereits zum 30. Juni 2023 niedergelegt. Unternehmenssprecher Tobias Börner hatte Shoepassion zum 31. Oktober 2023 verlassen.

„Das Amtsgericht wird jetzt das Eigenverwaltungsverfahren nach den üblichen gesetzlichen Fristen aufheben“, erklärt Restrukturierungsexperte Andreas Budnik von der Kanzlei AndresPartner, der die Geschäftsführung in allen sanierungsrechtlichen Fragen berät. Er rechnet mit der Verfahrensaufhebung in einigen Wochen.

Infolge der Corona-Pandemie und des Kriegs Russlands gegen die Ukraine, der damit einhergehenden Energiekrise, den Preissteigerungen, der Inflation und dem erkaltenden Konsumklima, geriet die Shoepassion GmbH nach drei aufeinanderfolgenden Krisenjahren in eine finanzielle Schieflage. Gestartet als reiner Onliner im Jahr 2010 war es ausgerechnet der Retail-Arm des Unternehmens, der die Finanzprobleme Shoepassions durch die Schließungen in der Corona-Zeit sowie den nicht mehr zurückkehrenden Besuchern nach der Pandemie beschleunigte.

In der Konsequenz hatte Shoepassion im März 2023 beim Amtsgericht Charlottenburg einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt. Am 1. Juli 2023 wurde das Verfahren eröffnet.

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