Kein Nachfolger: Nach 50 Jahren endet Schuhtradition
Mit dem Schuhgeschäft Schuh-Gade endet in der Berner Innenstadt eine fünf Jahrzehnte währende Einzelhandelsgeschichte. Ende Februar hat Inhaber Hans R. Hirschi die Türen seines Fachgeschäfts an der Marktgasse endgültig geschlossen.
Hirschi hatte das Unternehmen 1976 im Alter von 30 Jahren gegründet. Nach Stationen als Geschäftsführer bei einem Modekonzern eröffnete er sein erstes eigenes Geschäft in einem Kellerlokal an der Kramgasse 74. Später zog er an die Marktgasse 19 und schließlich in die Passage, wo sich der Schuh-Gade bis heute befindet. Eine zwischenzeitliche Filiale in Gstaad (1986-1996) gab er wieder auf, um sich auf das Stammgeschäft in Bern zu konzentrieren. Die Schuhe bezog er direkt von kleinen Handwerksbetrieben in Italien, vor allem aus der Region Veneto.
Die Schließung erfolgt früher als ursprünglich geplant. Neben gesundheitlichen Gründen spielte auch die auslaufende Mietsituation eine Rolle; eine Nachfolgelösung kam nicht zustande. Zugleich verweist der Fall auf die strukturellen Herausforderungen im stationären Einzelhandel. Die zunehmende Onlinekonkurrenz und ein stärkerer Preisfokus im Markt hätten das Geschäft in den vergangenen Jahren erschwert.








