Sportartikelhersteller stellt sich auf weiteres Übergangsjahr ein
Der Sportartikelhersteller Puma hat das Geschäftsjahr 2025 mit deutlichen Einbußen abgeschlossen und spricht selbst von einem „Reset-Jahr“. Nach einem Gewinn von 280,7 Millionen Euro im Vorjahr rutschte das Unternehmen 2025 tief in die roten Zahlen und verzeichnete einen Konzernverlust von 643,6 Millionen Euro. Auch operativ fiel das Ergebnis deutlich negativ aus: Das EBIT lag bei minus 357,2 Millionen Euro. Der Umsatz sank um 13,1 Prozent auf rund 7,3 Milliarden Euro, währungsbereinigt betrug der Rückgang 8,1 Prozent.
Belastet wurde das Ergebnis unter anderem durch Restrukturierungsaufwendungen, Abschreibungen sowie eine insgesamt schwächere Geschäftsentwicklung in mehreren Märkten. In nahezu allen Regionen und Produktkategorien musste Puma Rückgänge hinnehmen. Insbesondere das Wholesale-Geschäft entwickelte sich rückläufig, während auch der Direktvertrieb nicht an frühere Wachstumsraten anknüpfen konnte. Die Bruttomarge geriet durch verstärkte Rabattierungen und Maßnahmen zum Abbau von Lagerbeständen zusätzlich unter Druck.
Keine Dividende
Im Zuge der strategischen Neuausrichtung erhöhte sich die Nettoverschuldung deutlich und lag zum Jahresende bei rund 1,06 Milliarden Euro, nachdem sie im Vorjahr noch etwa 120 Millionen Euro betragen hatte. Angesichts des hohen Fehlbetrags werden Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung vorschlagen, für das Geschäftsjahr 2025 keine Dividende auszuschütten. Für 2024 waren noch 0,61 Euro je Aktie gezahlt worden.
Das Unternehmen bezeichnet 2025 als Jahr grundlegender Weichenstellungen. Ziel sei es gewesen, strukturelle Probleme zu adressieren und die Basis für eine nachhaltigere Entwicklung zu schaffen. Dazu gehörten eine Bereinigung von Vertriebskanälen, eine Reduzierung der Promotionsaktivitäten, Anpassungen im Produktportfolio sowie Kostensenkungsmaßnahmen, die auch Filialschließungen und Personalabbau umfassten. Die Maßnahmen führten kurzfristig zu Belastungen, sollen jedoch mittelfristig die Markenpositionierung stärken und die Profitabilität verbessern.
Weiterer Umsatzrückgang erwartet
Für das laufende Geschäftsjahr 2026 stellt sich Puma auf anhaltend schwierige Rahmenbedingungen ein und spricht von einem Übergangsjahr. Das Unternehmen erwartet einen weiteren Umsatzrückgang im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich. Beim operativen Ergebnis rechnet der Konzern erneut mit einem negativen EBIT in einer Bandbreite von minus 50 bis minus 150 Millionen Euro. Gleichzeitig sollen die begonnenen Effizienz- und Strukturmaßnahmen fortgeführt werden. Die Investitionen werden mit rund 200 Millionen Euro veranschlagt und sollen unter anderem in die digitale Infrastruktur und die Stärkung des Direktvertriebs fließen.
An der Börse fielen die Reaktionen differenziert aus. Trotz der hohen Verluste legte die Aktie zeitweise zu, was Marktbeobachter auf zuvor stark gesunkene Erwartungen und Hoffnungen auf eine Stabilisierung im Zuge der Neuausrichtung zurückführten. Das Unternehmen selbst peilt ab 2027 eine Rückkehr zu nachhaltiger Profitabilität an.








