Europäische Märkte treiben das Wachstum
Die portugiesischen Schuhexporte sind im Jahr 2025 leicht gestiegen. Wie der Branchenverband Apiccaps unter Berufung auf Daten des Instituto Nacional de Estatística (INE) mitteilt, erhöhte sich die Ausfuhrmenge im Vergleich zu 2024 um 1,8 Prozent auf 68 Millionen Paar. Wertmäßig legten die Exporte um 0,8 Prozent auf 1,718 Milliarden Euro zu.
Im Jahr 2024 hatten die Exporte laut INE bei 66,7 Millionen Paar im Wert von 1,705 Milliarden Euro gelegen. Apiccaps spricht vor dem Hintergrund eines „besonders anspruchsvollen internationalen Handelsumfelds“ von einer moderaten, aber positiven Entwicklung.
Nach Einschätzung des Verbands entwickelte sich die portugiesische Schuhindustrie damit entgegen dem Trend wichtiger Wettbewerber. Italien verzeichnete demnach 2025 einen wertmäßigen Exportrückgang von 1 Prozent, Spanien ein Minus von 3 Prozent. Auch große Produktionsländer außerhalb Europas meldeten rückläufige Zahlen: China, das mehr als die Hälfte der weltweiten Schuhproduktion stellt, kam auf ein Minus von 11 Prozent, die Türkei auf -13 Prozent und Brasilien auf nahezu -2 Prozent.
Getragen wurde das Wachstum Portugals vor allem von den europäischen Märkten. Hier stiegen die Ausfuhren um 3,3 Prozent auf 1,420 Milliarden Euro. Dagegen entwickelte sich das Geschäft in den Vereinigten Staaten rückläufig. Die Exporte in die USA sanken 2025 um 12,3 Prozent auf 84 Millionen Euro. Nach Angaben des Verbands belastete insbesondere die anhaltende Instabilität auf dem nordamerikanischen Markt die Entwicklung.
Paulo Gonçalves, Geschäftsführer von Apiccaps, sieht in den Zahlen einen Beleg für die Anpassungsfähigkeit der Branche in einem von wirtschaftlicher Unsicherheit geprägten Umfeld. Gleichzeitig verweist er auf strukturelle Herausforderungen, etwa die Umstrukturierung des unabhängigen Einzelhandels in Europa mit dem Wegfall zahlreicher Verkaufsstellen. Langfristig, so der Verband, bleibe die Sicherung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit eng mit Investitionen, Modernisierung sowie einer Fokussierung auf höherwertige Segmente verbunden.








