Otto streicht rund 460 Stellen am Standort Hamburg

Otto-Zentrale in Hamburg
Otto-Zentrale in Hamburg

E-Commerce-Konzern reagiert auf anhaltenden Margendruck und strukturelle Marktveränderungen

Der Onlinehändler Otto treibt seine Restrukturierung weiter voran und plant den Abbau von rund 460 Vollzeitstellen am Unternehmenssitz in Hamburg. Die Maßnahme ist Teil eines umfassenden Transformations- und Effizienzprogramms, mit dem das Unternehmen seine Kostenbasis nachhaltig senken und die Wettbewerbsfähigkeit im zunehmend angespannten E-Commerce-Umfeld stärken will.

Fokus auf Verwaltung, Marketing und Tech

Nach Unternehmensangaben betrifft der Stellenabbau vor allem indirekte Bereiche wie Marketing, Controlling sowie einzelne Technologie- und Verwaltungsfunktionen. Ziel sei es, Strukturen zu verschlanken, Entscheidungsprozesse zu beschleunigen und Doppelstrukturen abzubauen. Operative Kernbereiche des Handelsgeschäfts sollen demnach weniger stark betroffen sein.

Branchenbeobachter sehen darin einen weiteren Schritt der Konsolidierung im deutschen Onlinehandel. Nach den Boomjahren während der Pandemie kämpfen viele Anbieter mit verhaltener Konsumstimmung, steigenden Kosten und wachsendem internationalen Wettbewerbsdruck.

Kostensenkung in dreistelliger Millionenhöhe angepeilt

Otto verfolgt mit dem laufenden Programm das Ziel, die jährlichen Kosten mittelfristig deutlich zu reduzieren. Medienberichten zufolge soll die Kostenbasis bis zum Geschäftsjahr 2027/28 um einen dreistelligen Millionenbetrag gesenkt werden. Das Unternehmen reagiert damit auf rückläufige Umsätze im Onlinehandel sowie auf strukturelle Veränderungen im Marktumfeld.

Bereits in den vergangenen Jahren hatte Otto Anpassungen im Kundenservice und in administrativen Einheiten vorgenommen. Der nun angekündigte Abbau fällt jedoch deutlich umfangreicher aus und betrifft insbesondere hochqualifizierte Funktionen am Stammsitz.

Sozialplan und Transfermaßnahmen vorgesehen

Das Management betont, der Stellenabbau solle sozialverträglich umgesetzt werden. Geplant sind unter anderem Angebote wie Altersteilzeitmodelle, freiwillige Aufhebungsverträge und die Einrichtung einer Transfergesellschaft zur Unterstützung bei der beruflichen Neuorientierung. Entsprechende Regelungen wurden den Berichten zufolge mit dem Betriebsrat abgestimmt.

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