Sonderauswertung der Deutschlandstudie Innenstadt
Eine aktuelle Sonderauswertung der Deutschlandstudie Innenstadt zeigt markante Unterschiede zwischen den Stadtzentren in Ost- und Westdeutschland. Der Hauptgrund für den Besuch der Innenstadt ist in beiden Regionen der Einkauf. Rund 70 Prozent der Westdeutschen und 62 Prozent der Ostdeutschen besuchen ihre Innenstadt zum Einkaufen, was den Einzelhandel als zentrale Anlaufstelle für die Menschen bestätigt.
Ein wichtiger Unterschied zwischen Ost und West liegt jedoch in der Struktur der Stadtzentren. „Im Osten finden sich eine ausgewogenere Mischung aus öffentlichen Einrichtungen, Arbeitsplätzen, Bildungsinstitutionen und Dienstleistungen“, erklärt Susann Liepe, Vizepräsidentin des City-Management-Verbandes Ost. Diese Mischung zieht mehr Menschen an, was zu höheren Besucherzahlen und damit auch zu rentableren Geschäftsmodellen für Einzelhandel und Gastronomie führt. In Ostdeutschland besuchen mehr als 18 Prozent der Menschen ihre Innenstadt täglich, im Westen nur zehn Prozent.
Ein weiterer markanter Unterschied betrifft den Handlungsbedarf in Bezug auf die Stadtentwicklung. Während mehr als 41 Prozent der Westdeutschen einen hohen Investitionsbedarf für die Sanierung ihrer Innenstädte sehen, liegt dieser Wert im Osten bei 36 Prozent. Stefan Genth, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Deutschland, fordert daher eine Verdopplung der Bundesmittel für die Städtebauförderung, um die Aufenthaltsqualität zu verbessern und Investitionen zu fördern.
Auch bei der Bewertung der attraktivsten Städte zeigen sich Unterschiede: Westdeutsche nennen hauptsächlich Städte aus dem Westen wie München, Hamburg und Köln, während die Ostdeutschen auch Städte wie Berlin, Dresden und Leipzig anführen. Die Rangliste der Ostdeutschen ist somit vielfältiger. Genth betont, dass es für den Osten und Westen von Vorteil wäre, wenn beide Regionen ein stärkeres gegenseitiges Interesse aneinander entwickeln würden.
Die Studie basiert auf einer repräsentativen Umfrage unter mehr als 5000 Bundesbürgern, die im Juni und Juli 2024 durchgeführt wurde. Sie wurde im Auftrag des City-Management-Verbandes Ost und des Handelsverbandes Deutschland von der CIMA Beratung+Management GmbH erstellt.