Goodiez und Twodays in Düsseldorf
Am 1. und 2. März trafen sich Einkäufer aus der Schuh- und Modebranche wieder zu den Ordertagen in Düsseldorf. Während sich das Format Goodiez mit der dritten Ausgabe inzwischen etabliert hat und auf zwei Etagen mit regem Austausch punkten konnte, verliefen die Twodays des Veranstalters Igedo deutlich schwächer als erwartet.
Goodiez: steigende Frequenz trotz herausfordernder Rahmenbedingungen
Die Goodiez-Ordertage in der Kaiserswerther Straße präsentierten sich erneut mit einer breiten Ausstellerbasis: Etwa 90 Unternehmen zeigten rund 300 Kollektionen. Die Veranstaltung, die sich bewusst als kompakte Orderplattform positioniert, wurde am Sonntag gut besucht, am Montag fielen die Besucherzahlen erwartungsgemäß niedriger aus.
Aussteller berichteten von konstruktiven Gesprächen mit Einkäufern, insbesondere am ersten Messetag. Viele Handelspartner nutzten die Veranstaltung, um Ordergespräche zu führen und saisonale Programme zu sichten. Präsentiert wurden vor allem Kollektionen jenseits des klassischen Sneaker-Massengeschäfts, darunter klassische Ledermodelle, Loafer, Stiefeletten und Boots. Einige Teilnehmer hoben hervor, dass der Output weniger auf opulente Inszenierungen als auf funktionales Ordern ausgelegt sei – ein „Arbeitsformat“, das in Zeiten reduzierter Budgets und vorsichtigerer Einkaufsentscheidungen Anklang findet.
„Die Stimmung war gut, wir sind happy. Die Leute waren gut drauf. Da hat Gudrun Fokkens (die Veranstalterin und Namensgeberin der Messe) eine guten Job gemacht“, so Gerit Franz von CafèNoir und Lodi. Vor allem Textiler und kleinere Schuhhändler hätten sich getraut, auch mal ausgefallenere Modelle auf den Orderblock zu schreiben. „Die Boutiquen trauen sich was, die haben auch kein Problem mit Preisen.“

Twodays: Ausfall großer Flächen sorgt für Kritik
Anders als bei der Goodiez verliefen die Twodays, ebenfalls am Rhein geplant, deutlich verhaltener. Zwar war im Kap.One ein Showroom-Konzept mit weniger als zehn Ausstellern umgesetzt worden, die ursprünglich geplante Nutzung der historischen Halle 29 im Stadtteil Derendorf wurde hingegen abgesagt. Nach Angaben von Igedo-Organisatorin Ulrike Kähler lagen die Anmeldezahlen für die Halle 29 unter den Erwartungen, so dass dieser Teil der Veranstaltung kurzfristig gestrichen wurde.
Für viele Besucher kam diese Entscheidung überraschend, weil sie im Vorfeld nicht aktiv kommuniziert worden war. Branchenvertreter zeigten sich enttäuscht, da die Twodays ursprünglich als zentrale Orderplattform für den Schuhmarkt positioniert worden waren – aus der historischen Verbindung zur früheren deutschen Schuhmesse Shoes bzw. Gallery Shoes heraus. Die nun reduzierte Präsenz führte zu geringer Frequenz und begrenzter Sichtbarkeit der beteiligten Kollektionen.
Ob es den zweiten Twodays-Termin im kommenden Sommer nochmal geben wird, steht noch nicht fest. Während der Termin der Twodays vom 24. bis 27. Juli bestätigt ist, ist der Follow-up-Termin noch offen. „Wir sondieren jetzt erstmal,“ so Messechefin Ulrike Kähler.
Branchenstimmung: vorsichtig konstruktiv
Unabhängig vom Veranstaltungsformat ziehen Einkäufer und Aussteller ein differenziertes Resümee. Die gesamtwirtschaftliche Lage im Schuh- und Modehandel bleibt herausfordernd: Viele Händler haben hohe Lagerbestände und agieren mit zurückhaltenden Orderbudgets. Gleichzeitig wird klar, dass selektives Einkaufen und das gezielte Besetzen von Nischen – sogenanntes „Cherrypicking“ – an Bedeutung gewinnt. Einkäufer achten verstärkt auf Alleinstellungsmerkmale, Qualität und schnelle Nachlieferbarkeit, um sich im zunehmend kompetitiven Marktumfeld zu positionieren.
Ein weiterer Trend, der auf beiden Veranstaltungen zu beobachten war, ist die stilistische Verschiebung: Weg von rein komfortorientierten Sneakern, hin zu klassischeren und modisch ausgeprägteren Modellen wie Loafern, Boots und Stiefeletten – ohne dabei das Sneaker‑Segment vollständig zu ersetzen. „Wir habe diesmal hier fast keine Sneaker verkauft“, so Sascha Patschull von Pavement und Gioseppo.

Ausblick
Für die Twodays stehen nach der Erfahrung in Düsseldorf grundlegende Fragen zur Zukunft des Formats im Raum. Igedo sieht Optionen für eine Neujustierung, beispielsweise durch Kooperationen mit anderen Veranstaltern, eine stärkere Integration von Showrooms oder thematische Neuorientierungen.
Die Goodiez-Ordertage haben sich im dritten Jahr als lebendige Plattform für Orderprozesse behauptet und werden von vielen Teilnehmern als wertvolle Ergänzung im Messekalender wahrgenommen. Ob und wie sich beide Formate weiterentwickeln – und ob künftig stärkere gemeinsame oder flankierende Ansätze denkbar sind – dürfte unter Branchenakteuren in den kommenden Wochen diskutiert werden.
























