Schuhhandel legt um über sechs Prozent zu
In den ersten Monaten des Jahres hat sich die Erholung im Onlinehandel weiter gefestigt. Die Gesamtumsätze mit dem Online-Verkauf von Waren im ersten Quartal stiegen (nicht inflationsbereinigt) um 3,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal auf 19.7 Mrd. Euro. Damit ist der E-Commerce zum ersten Mal seit Mitte des Jahres 2022 wieder stärker als die Inflation gewachsen.* Nach der Achterbahnfahrt der vergangenen Jahre – dem Hoch während der Corona-Zeit und der anschließenden Talfahrt mit Ausbruch des Kriegs in der Ukraine – liegen die Umsätze aktuell wieder 17,5 Prozent über dem Vergleichswert des Jahres 2019.
„Der Aufwärtstrend gibt Hoffnung, auch wenn die Verbraucherinnen und Verbraucher sich kurzfristig durch das globalpolitische Geschehen verunsichern ließen“, kommentiert Martin Groß-Albenhausen, Stellvertretender Hauptgeschäftsführer des bevh. „Die Deutschen haben viel Geld zur Seite gelegt – es wird nun Aufgabe der neuen Regierung, die Kaufkraft trotz der Handelskriege zu erhalten. Vor allem aber dürfen die Unternehmen nicht noch zusätzlich belastet werden. Maßnahmen gegen globale Technologiekonzerne verteuern die digitale Infrastruktur, von der gerade viele kleine und mittlere Handelsunternehmen heute abhängen.“
Überdurchschnittlich entwickelte sich der Onlinehandel mit Schuhen, der nach einem schlechten Weihnachtsquartal 2024 (- 6,3 Prozent) zum Jahresbeginn mit + 5,8 Prozent eine Gegenbewegung machte. Die Umsätze mit Schuhen erreichten im ersten Quartal 918 Millionen Euro. Die für den Onlinehandel wichtigen Mode-Anbieter konnten ihre Umsätze um 3,9 Prozent steigern.
Reine Online-Shops und Multichannel-Händler fallen zurück
Die Onlinehändler profitieren sehr unterschiedlich von der gestiegenen Nachfrage. Abermals stark zulegen konnten Online-Marktplätze (+ 5,1 Prozent), nur übertroffen von D2C-Marken (+ 6,7 Prozent), die nach einem durchwachsenen Vorjahr (- 2,3 Prozent) mit dem Negativtrend brechen. Anzumerken ist jedoch, dass viele Markenhersteller parallel über Marktplätze verkaufen, weshalb sich diese Umsätze zu letzteren verschieben. Klassische Online-Shops wuchsen um 1,2 Prozent und damit unterdurchschnittlich. Multichannel-Händler setzten über ihre Webshops 0,4 Prozent weniger um als im Vorjahresquartal.