Warum der Modefilialist weiter auf den stationären Handel setzt
Der Modefilialist New Yorker bleibt auch unter seinem neuen CEO Jonas Gnauck seinem stark stationär geprägten Geschäftsmodell treu. In einem Interview mit der WirtschaftsWoche erklärte Gnauck, dass Onlinewachstum im Massenmarkt häufig mit erheblichen versteckten Kosten verbunden sei. Logistik, Zahlungsabwicklung, Retouren und Qualitätskontrollen würden in vielen Fällen unterschätzt – „wenn man das sauber rechnet, ist Online-Wachstum schnell ein teuer erkaufter Umsatz“.
Statt auf einen eigenen Onlineshop setzt das Unternehmen weiterhin konsequent auf den stationären Handel. Dort könne man Trends schneller beurteilen und direkt sehen, ob Produkte bei der Kundschaft funktionieren. Gleichzeitig wachse die Bedeutung effizienter Prozesse und schneller Reaktionszeiten: Preissteuerung, Warenfluss und Bestandsdisziplin seien entscheidend, um im zunehmend volatilen Modemarkt wettbewerbsfähig zu bleiben.
Der CEO sieht die Branche insgesamt in einem strukturellen Wandel. Steigende Preisbewusstheit der Konsumenten, kürzere Trendzyklen und technologische Veränderungen – etwa durch künstliche Intelligenz – erhöhten den Wettbewerbsdruck und machten Geschwindigkeit sowie datenbasierte Entscheidungen wichtiger denn je.
Trotz seiner Skepsis gegenüber dem Onlinehandel schließt Gnauck digitale Vertriebskanäle langfristig nicht grundsätzlich aus. Sollte sich die ökonomische Logik etwa bei Logistikkosten oder Retourenquoten ändern, müsse auch das Geschäftsmodell neu bewertet werden.








