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Neue Schuhmesse in Brasilien geplant

Premiere im November in Porto Alegre

Der brasilianische Schuhindustrieverband Abicalçados und die NürnbergMesse Brazilien (NMB) haben die Brazilian Footwear Show (BFSHOW) ins Leben gerufen. In zwei geplanten jährlichen Ausgaben, die abwechselnd in Porto Alegre und São Paulo stattfinden, will die Messe die Herbst/Winter- und Frühjahr/Sommer-Kollektionen nationaler und internationaler Schuh- und Sportmarken präsentieren.

Die erste Ausgabe der BFSHOW findet vom 21. bis zum 23. November 2023 in der Industrievereinigung des Bundesstaates Rio Grande do Sul (Fiergs) in Porto Alegre statt. Zu der dreitägigen Veranstaltung werden rund 10.000 Besucher und mehr als 100 Marken erwartet. Die Auftaktveranstaltung baut auf den Handelsbeziehungen zwischen der brasilianischen Schuhindustrie und den europäischen Kernmärkten auf. Die Organisatoren rechnen mit einem Umsatz von 120 Millionen US-Dollar bei der Eröffnungsmesse.

Brasilien ist der fünftgrößte Schuhproduzent der Welt

Seit der Eröffnung der ersten Schuhfabrik in Brasilien vor rund 135 Jahren (1888) ist die brasilianische Industrie auf über 4.000 Schuhhersteller gewachsen, die sich auf 600 Städte und 25 Bundesstaaten verteilen. Über 8.000 Unternehmen beteiligen sich aktiv an der Prozesskette und rund 300.000 Menschen sind direkt in der Branche beschäftigt. Damit ist Brasilien der fünftgrößte Schuhproduzent der Welt und der weltweit größte Hersteller außerhalb Asiens (nach China, Indien, Vietnam und Indonesien).

Im Jahr 2022 wurden in dem lateinamerikanischen Land insgesamt 848,6 Millionen Paar Schuhe produziert, wodurch ein Umsatz von 6 Milliarden US-Dollar erwirtschaftet wurde. Dies entspricht einem Anstieg der verkauften Paare um fast 3,6 Prozent und der Gesamteinnahmen um über 33 Prozent im Vergleich zu 2021. Im Jahr 2023 wird ein weiterer Anstieg der Produktion um 1,7 Prozent erwartet. Bis 2027 wird ein jährliches Umsatzwachstum von durchschnittlich rund 20 Prozent prognostiziert. Zu den international bekannten Marken, die in Brasilien Schuhe produzieren, gehören unter anderem Adidas, Nike, Vans und Veja.

Schuhexporte nach Europa erreichen Rekordniveau

Brasilien ist auch der viertgrößte Markt für Schuhe weltweit und exportiert in über 165 Länder der Welt. Während mehr als 85 Prozent der Produktion für den Inlandsverbrauch bestimmt sind, wurden im Jahr 2022 weltweit 142 Millionen Paar Schuhe exportiert, was einem Gesamtexportwert von 1,3 Milliarden US-Dollar entspricht. (Zum Vergleich: Vor 50 Jahren lag die Exportzahl bei nur etwa 15 Millionen Paar.) Der größte Exporteur von Schuhen ist nach wie vor Rio Grande do Sul, gefolgt von Ceará und São Paulo.

Im Vergleich zum Vorjahr stiegen die Ausfuhren im Jahr 2022 mengenmäßig um 15 Prozent und wertmäßig um fast die Hälfte (46 Prozent) und lagen damit über dem Niveau vor der Pandemie. Laut Haroldo Ferreira, dem geschäftsführenden Präsidenten von Abicalçados, besteht die Herausforderung nun jedoch darin, dieses Leistungsniveau zu halten. Er geht davon aus, dass das Jahr 2023 aufgrund von Verschiebungen im Welthandel und sozialpolitischen Entwicklungen eine größere Herausforderung darstellen wird.

Bemerkenswert ist, dass im ersten Quartal 2023 die Ausfuhren in die EU-Mitgliedstaaten sowohl wertmäßig (9 Prozent) als auch in Bezug auf die verkauften Stückzahlen (8 Prozent) um fast 10 Prozent zunahmen. Dadurch wurde der Rückgang auf dem US-Markt – traditionell das wichtigste Zielland für brasilianische Schuhe – wettgemacht. Mehr als ein Drittel (35 Prozent) der brasilianischen Schuhexporte waren für europäische Länder bestimmt.

Deutschland: Brasilianische Schuhimporte 2022 auf Rekordniveau

Mit einem Importwert von 12 Milliarden US-Dollar ist Deutschland der größte Schuhimporteur in Europa und der zweitgrößte weltweit. Damit macht der deutsche Markt fast 20 Prozent des westeuropäischen Schuhimports aus Drittländern aus. Zwischen 2019 und 2022 sind die brasilianischen Exporte nach Deutschland wertmäßig um mehr als die Hälfte (51 Prozent) und mengenmäßig um 141 Prozent gestiegen. 2022 war das Jahr mit dem höchsten Exportvolumen nach Deutschland, mit einem Anstieg um fast die Hälfte (+46 Prozent) im Wert und mehr als einer Verdoppelung (+113 Prozent) nach Menge. Damit haben die brasilianischen Schuhexporte nach Deutschland in den letzten Jahren den nationalen Durchschnitt der Gesamteinfuhren auf dem deutschen Markt übertroffen, was auf eine Zunahme des Anteils brasilianischer Schuhe in Deutschland hindeutet. Der wert- und mengenmäßige Anteil der Ausfuhren nach Art der Schuhe betrug im Jahr 2022: 54 Prozent und 19 Prozent bei Lederschuhen; 37 Prozent und mehr als 70 Prozent bei Gummi-/Kunststoffschuhen; und 9 Prozent und 11 Prozent bei Textilschuhen.

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