Weniger Besucher auf Mailänder Zuliefermesse wegen Olympischer Winterspiele
Die 107. Ausgabe der Lineapelle, die vom 11. bis 13. Februar 2026 im Messezentrum Fiera Milano Rho stattfand, stand unter besonderen Vorzeichen. Seit über zwei Jahren leidet die internationale Mode-, Luxus- und Lederzulieferindustrie unter einer anhaltenden Marktschwäche. Hinzu kamen terminliche Verschiebungen aufgrund der Olympische Winterspiele 2026, deren Austragungsorte teilweise auf dem Messegelände liegen – mit spürbaren logistischen Herausforderungen wie massiv gestiegenen Hotelpreisen.
Umso wichtiger war die Messe als Stimmungsbarometer für die Branche. In den vergangenen Wochen hatten sich erste, wenn auch verhaltene positive Signale gezeigt – eher im Sinne eines „weniger schlecht“ als eines echten Aufschwungs. Vor diesem Hintergrund wurde die Lineapelle für viele zur Plattform, auf der sich zeigte, wie belastbar und handlungsfähig die globale Fashion-Community weiterhin ist.
848 Aussteller aus 33 Ländern
Insgesamt präsentierten sich 848 Aussteller aus 33 Ländern, darunter 436 Gerbereien, 290 Zubehörhersteller, 95 Anbieter synthetischer Materialien sowie 27 weitere Unternehmen entlang der Wertschöpfungskette. Trotz eines erwarteten Rückgangs bei den Besucherzahlen – rund 16.000 Fachbesucher aus 99 Ländern wurden gezählt – bewerteten Veranstalter und Aussteller die Qualität der Kontakte überwiegend positiv.
Die bewusste Terminverschiebung führte zwar zu einer geringeren Frequenz, gleichzeitig berichteten viele Unternehmen von fokussierteren Gesprächen und konkreteren Anfragen. Das Publikum habe sich verändert, so der Tenor: weniger Laufkundschaft, dafür mehr Entscheider mit klarem Interesse an Produkt, Qualität und Service.
Qualität statt Quantität
Das Interesse an hochwertiger Lederverarbeitung sei spürbar gestiegen – auch bei eher schlichten Artikeln, sofern diese durch besondere Details oder innovative Ausrüstung Mehrwert bieten. Diese Entwicklung könne durchaus positive Impulse für die kommenden Saisons setzen.
Auch das Leitthema der Messe spiegelte diese Haltung wider: Natürlichkeit in Verbindung mit technologischer Innovation wurde als zentraler Zukunftsfaktor für die gesamte Lieferkette hervorgehoben. Genau auf diese Kombination habe sich das Interesse vieler Einkäufer konzentriert.
Ausblick auf September 2026
Die nächste Ausgabe der Lineapelle findet vom 15. bis 17. September 2026 erneut in der Fiera Milano Rho statt. Dann geht die Messe in ihre 108. Runde und setzt ihre bewährte Terminabstimmung mit den Fertigwarenmessen fort: Micam, Mipel und TheOne Milano laufen vom 13. bis 15. September und teilen sich ihren letzten Messetag mit dem Auftakt der Lineapelle.
Positiv bewertet wurde zudem die erstmals umgesetzte Kooperation mit Filo, der Leitmesse für Garne und Fasern, die innerhalb der Lineapelle stattfand. Diese Vernetzung entlang der textilen und lederbasierten Wertschöpfungskette unterstreicht den Anspruch, die Wettbewerbsfähigkeit und Sichtbarkeit von Made in Italy weiter zu stärken.








