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Klingel-Gruppe meldet Insolvenz in Eigenverwaltung an

Betrieb geht zunächst vollumfänglich weiter

Das traditionsreiche Versandhaus Klingel hat im 100. Jahr seines Bestehens Insolvenz angemeldet. Neben der K-Mail Order GmbH & Co.KG, der Hauptgesellschaft der 1923 gegründeten Klingel-Gruppe, sind auch die Hamburger Tochtergesellschaften Impressionen Versand und Schneider von der Insolvenz betroffen. In den drei Unternehmen arbeiten derzeit rund 1.800 Beschäftigte der etwas über 2.000-Klingel-Mitarbeiter. Die weiteren Gesellschaften der Firmengruppe sind von den Maßnahmen nicht betroffen.

Als Ursache für die wirtschaftliche Schieflage nennt die Klingel-Gruppe die bekannten Verdächtigen: Konsumzurückhaltung, Kostenexplosion, Inflation. Dadurch hätten sich unter anderem die Katalogproduktion und der Versand signifikant verteuert, auch die Logistikpreise seien gestiegen. Hinzu gekommen sei eine hohe Liquiditätsbindung im Warenlager infolge von Verzögerungen in den Lieferketten während der Corona-Pandemie. Zudem beeinträchtigte eine notwendige Umstellung der IT-Systeme, die im zweiten Halbjahr 2022 umgesetzt wurde, den Geschäftsbetrieb erheblich.

Das Versandhaus will sich mit einer Insolvenz in Eigenverantwortung neu aufstellen. Dafür wurde der Sanierungsexperte Marcus Katholing als Chief Restructuring Officer ins Haus geholt; er soll in den kommenden Monaten die internen Prozesse optimieren. Was das für die Mitarbeiter bedeutet, ist noch offen. Der Geschäftsbetrieb läuft fürs Erste vollumfänglich weiter.

„Wir haben uns entschieden, die Klingel-Gruppe im Rahmen der Eigenverwaltung zu sanieren und den notwendigen Transformationsprozess zu beschleunigen“, so Dr. Sven Axel Groos, Vorsitzender der Geschäftsführung. Der Antrag auf Eigenverwaltung sei zu einem frühen Zeitpunkt gestellt worden, damit die Sanierungschancen bestmöglich genutzt werden könnten, so das Unternehmen. Zum vorläufigen Sachwalter bestellt ist Rechtsanwalt Martin Mucha von der überregional tätigen Kanzlei Grub Brugger. Er sagt: „Die Eigenverwaltung ist ein wirksames Instrument, um Unternehmen gewissenhaft zu sanieren. Wir werden die drei Verfahren bestmöglich im Sinne der Gläubiger begleiten.“

Die Klingel-Gruppe gehört mit einem Umsatz von knapp einer Milliarde Euro zu den größten Mode-Plattformen Deutschland und führt 14 Marken, darunter Klingel, Wenz, Mona, Alba Moda und Happy Size. Zielgruppe sind die sogenannten „Best Ager“. Mehr als 3,3 Millionen Kunden, die meisten im Alter zwischen 55 und 70 Jahren, nutzen das Klingel-Angebot. Etwa die Hälfte ihrer Umsätze generiert die Gruppe im E-Commerce.

 

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