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Italiens Schuhindustrie verliert ein Viertel ihres Umsatzes

Online-Umsätze mit Schuhen in Italien steigen um 30 Prozent

Die Covid-19-Pandemie hat die italienische Schuhindustrie hart getroffen. Der Umsatz im Jahr 2020 ging um 25,2 Prozent auf 10,72 Milliarden Euro zurück, die italienische Produktion reduzierte sich auf 130,5 Millionen Paare (-27,1%). Auch bei den Exporten war sowohl hinsichtlich des Wertes (-14,7%) als auch des Volumens (-17,4%) ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen. „Das Jahr 2020 hatte schwerwiegende wirtschaftliche Folgen für unsere Branche“, erklärte Siro Badon, Vorsitzender des Herstellerverbands Assocalzaturifici.

„Die Daten sind klar. Wir haben nicht nur rund ein Viertel der Produktion und des Umsatzes verloren, sondern verzeichnen auch einen starken Rückgang des Verbrauchs der italienischen Haushalte sowohl bei den Ausgaben (-23,1%) als auch bei den Mengen (-17,4%)“, so Bardon. „Dies war trotz eines zweistelligen Anstiegs der Online-Verkäufe ein deutlicher Rückgang, der nicht ausreichte, um den Umsatzrückgang im Zusammenhang mit dem Tourismus in Italien, insbesondere in den Luxussegmenten, auszugleichen.“ Die hatte auch Auswirkungen auf die Anzahl der Unternehmen und der Mitarbeiter, die um vier Prozent zurückging.

Der Trend werde voraussichtlich im ersten Quartal 2021 negativ bleiben, vermutet Badon. Laut Umfragen erwartet die Schuhindustrie einen zusätzlichen durchschnittlichen Umsatzrückgang von 15,1 Prozent in diesem Jahr. Die Erholung werde deutlich bis zur zweiten Hälfte des Jahres 2021 verschoben. Selbst wenn durch die Impfungen die normalen Bedingungen schrittweise wiederhergestellt würden, sei man bis zur Rückkehr zu den Werten vor Covid noch weit entfernt.

In Italien wurden 26 Millionen weniger Paar Schuhe gekauft als im Vorjahr. Der Durchschnittspreis pro Paar sank um 6,8 Prozent, weil die Konsumenten vermehrt Hausschuhe und informelle Schuhe kauften. Die am stärksten betroffenen Segmente waren „klassische“ Schuhe für Männer und Frauen mit einer Mengenreduzierung von knapp 30 Prozent.

Bei den Vertriebskanälen war ein starker Anstieg des Online-Umsatzes zu verzeichnen (+ 30% in der Menge und + 17% beim Wert). Der Anteil des Online-Shoppings am Gesamtmarkt stieg von 14,1 Prozent im Jahr 2019 auf 21,4 Prozent. Noch vor sieben Jahren machten Online-Einkäufe nur 3,6 Prozent der Schuhkäufe italienischer Familien aus. Alle anderen Vertriebskanäle schlossen 2020 mit erheblichen Verlusten ab.

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