„Horrorentwicklung“ im Mode- und Schuhhandel

BTE-Präsident Mark Rauschen
BTE-Präsident Mark Rauschen

BTE bezeichnet Lage der Modebranche als dramatisch

Das Jahr 2025 hinterlässt deutliche Spuren im deutschen Mode- und Schuhhandel. Während der Bekleidungshandel insgesamt nur minimal zulegen konnte, verschärfte sich die Lage im Schuhsegment noch einmal. Nach BTE-Berechnungen sank das Marktvolumen von 11,66 Milliarden Euro im Vorjahr auf 11,48 Milliarden Euro – ein Rückgang von rund 1,5 Prozent. Besonders betroffen sind die stationären Fachgeschäfte, die Umsatzverluste von fast vier Prozent verkraften mussten. Die Online-Pure-Player hingegen konnten erneut zulegen und verzeichneten einen Anstieg von mehr als vier Prozent auf 2,87 Milliarden Euro.

„Bei den Schuhen ist die Entwicklung noch dramatischer als bei den Textilern. Rund zwei Drittel der stationären Händler verzeichneten operative Verluste, bei über einem Drittel lag das Minus bei fünf Prozent oder mehr“, erklärt Sönke Padberg, seit Jahresbeginn Geschäftsführer des BTE. Die Zahlen spiegeln eine tiefe Kluft zwischen Online- und stationärem Handel wider und zeigen die zunehmende Verletzlichkeit der Innenstädte.

Die Perspektiven für 2026 bleiben trüb: Nur 16 Prozent der Schuhhändler erwarten ein leichtes Umsatzplus von bis zu fünf Prozent, rund die Hälfte prognostiziert ein stagnierendes Geschäft, und etwa ein Drittel rechnet mit weiteren deutlichen Einbußen. Im Bekleidungshandel sehen die Erwartungen ähnlich pessimistisch aus.

Hauptursachen: Kaufzurückhaltung, Kosten und Bürokratie

Als zentrale Hemmnisse für die aktuelle Entwicklung nennt der BTE den nach wie vor schwachen privaten Konsum, die steigenden Kostenbelastungen der Unternehmen sowie die anhaltenden bürokratischen Herausforderungen. Hinzu kommen der ungleiche Wettbewerb mit asiatischen Plattformen wie Shein und Temu sowie der fortschreitende Attraktivitätsverlust der Innenstädte.

„Das Jahr 2025 hat unseren Branchen einen weiteren herben Rückschlag beschert. Wenn deutlich mehr als die Hälfte aller Bekleidungs- und Schuhhändler operative Verluste macht, ist das ein wahres Horrorszenario. Der Exitus unserer Branchen muss gestoppt werden“, mahnt BTE-Präsident Mark Rauschen, geschäftsführender Gesellschafter des Osnabrücker Modehauses Lengermann & Trieschman, der die Entwicklung „dramatisch“ nennt.

Vor diesem Hintergrund richtet der Verband klare Forderungen an die Politik: Ein Konsumschub sei dringend notwendig, verbunden mit Steuerentlastungen und einer Senkung der Energiekosten, damit die Mittelschicht, auf die der Handel in Deutschland angewiesen ist, entlastet werde. Zudem seien nachhaltige Kosten- und Bürokratieentlastungen der Unternehmen unumgänglich, um Investitionen und Engagement in den Innenstädten zu ermöglichen.

Appell an die Branche: Prozesse optimieren, Engagement verstärken

Neben den politischen Forderungen richtet der BTE aber auch konkrete Empfehlungen an die Branche selbst. Effizienzsteigerung und Prozessoptimierung bleiben zentrale Themen, um die Wettbewerbsfähigkeit des stationären Handels zu sichern. Gleichzeitig müsse das Engagement in Citymarketinggemeinschaften intensiviert werden, um die Attraktivität der Innenstädte aktiv mitzugestalten.

Nachhaltigkeit und erweiterte Herstellerverantwortung werden dabei als strategische Hebel betrachtet. Angebote wie Repair-Services oder Secondhand-Initiativen könnten nicht nur neue Zielgruppen in die Läden bringen, sondern die Geschäfte langfristig zu Community-Treffpunkten entwickeln, so Padberg.

Mit der Einstellung von Marika Hanschke als Referentin für Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft sowie der Politikwissenschaftlerin Franzisca Lubba als Kommunikationschefin verstärkt der BTE seine interne Expertise, um die Branche für die Zukunft zukunftsfähig aufzustellen.

 

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