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Deutsche Outlet-Center performen schlechter

Aktuell das erfolgreichste Outlet-Center Europas: das Cheshire Oaks bei Liverpool.

Wachablösung bei den Top-Outlet-Centern Europas

Die erfolgreichsten Outlet Center in Europa haben einen neuen Spitzenreiter. Mit dem südlich von Liverpool in der Industriestadt Ellesmere Port gelegenen „Cheshire Oaks“ führt erstmals ein weiteres englisches Center die Liste der wirtschaftlich erfolgreichsten Outlet-Center Europas an. Bisher war dieser Platz in England für „Bicester Village“ reserviert, das in der Nähe der Universitätsstadt Oxford sowie der Touristenattraktion Stonehenge liegt.

Dies ist eines der Ergebnisse des seit dem Jahr 2008 jährlich aktualisierten „Outlet Centre Performance Report Europe“ (OCPRE), dessen neueste Ausgabe soeben veröffentlicht wurde. Erstellt wird der Report von der Wiesbadener Wirtschaftsberatung Ecostra in Kooperation mit dem französischen Forschungsinstitut Magdus. Grundlage bilden Angaben von insgesamt 91 internationalen Markenherstellern, die derzeit in den bestehenden Outlet Centern Europas insgesamt 1.383 Stores betreiben.

„Cheshire Oaks“ wurde bereits im März 1995 eröffnet und zählt mit der Mietfläche von 38.000 Quadratmetern, etwa 150 Stores sowie 3.300 kostenlosen Parkplätzen zu den größten Outlet Centern in Europa. Mit 8,4 Millionen Besuchern pro Jahr erreicht dieses Center auch im Besucheraufkommen einen einsamen Spitzenwert. Dem Zweitplatzierten „Bicester Village“ folgen im Ranking ein polnisches und ein italienisches Center.

Center in Deutschland bekommt als Schlusslicht die „rote Laterne“

Im Tabellenkeller ist dagegen Tristesse angesagt. Die „rote Laterne“ hat in diesem Jahr das erst Mitte 2020 im nördlichen Ruhrgebiet eröffnete „Fashion Outlet Marl“. Damit belegt erstmals ein deutsches Center den letzten Platz. Ecostra- Geschäftsführer Dr. Joachim Will hat hierfür eine Erklärung: „Beim Fashion Outlet Marl handelt es sich um ein Hybrid-Konzept zwischen einem klassischen Einkaufszentrum und einem Outlet Center. Mit der Integration von Outlet Stores wurde versucht, dieses in die Krise gekommene Center zu revitalisieren. Das Fashion Outlet Marl verfügt über enorme Potenziale im Einzugsgebiet, hatte aber einen suboptimalen Start mitten in der Corona-Pandemie und leidet seitdem unter einem häufigen Mieterwechsel.“

Eine weitere Überraschung bildet der Umstand, dass es erstmals kein einziges deutsches Outlet Center in die europäischen Top 20 geschafft hat. „Outlet-Standorte wie Metzingen, Ingolstadt, Wertheim oder Zweibrücken waren bislang auf solche Platzierungen geradezu abonniert und haben verschiedentlich sogar die europäischen Spitzenreiter gestellt. Jetzt finden sie sich auf einmal im Mittelfeld“, berichtet Thomas Terlinden, der bei Ecostra als Projektleiter den Report betreut. Terlinden: „Wir rätseln noch, was die Ursache für diese allgemeine Verschlechterung der deutschen Center in der Mieterbewertung sein könnte. Es kann aber auch festgehalten werden, dass abgesehen von Marl, kein einziges deutsches Center mit einer wirklich kritischen Bewertung versehen wurde.“ So ist Deutschland nach wie vor das Land, in dem die meisten Markenhersteller Outlet-Stores anmieten wollen. Nahezu jede zweite befragte Marke sucht hier Flächen.

Fehlendes Personal und zu wenig Flächen

Als wesentliches Hemmnis für die weitere Expansion wird von den Markenherstellern insbesondere das hohe Mietpreisniveau für Outlet-Flächen, aber auch ein Mangel an geeigneten Standorten gesehen. Nicht wenige der befragten Marken betonen aber, dass sie bereits über ein dichtes Netz an Outlet-Stores verfügen und aus diesem Grund auf die Expansionsbremse treten. Dagegen spielen eine mangelnde Warenverfügbarkeit oder mögliche Konflikte mit bestehenden Vertriebspartnern in den innerstädtischen Geschäftsstraßen so gut wie keine Rolle.

„Die Outlet-Mieter sind mit ganz anderen Herausforderungen konfrontiert“, weiß Dr. Caroline Lamy, Chefin des französischen Forschungsinstituts Magdus und Kooperationspartner des Reports zu berichten: „Das aktuell größte Problem ist die Personalverfügbarkeit, gefolgt von stark steigenden betrieblichen Nebenkosten, hier vor allem Energie und Heizung. Das Personalproblem ist sogar so gravierend, dass fast zwei Drittel der Befragten sich für eine zumindest temporäre Reduktion der Öffnungszeiten ihrer Outlet Stores aussprechen. Nur jeder vierte Befragte lehnt eine solche Maßnahme ab.“ Dabei sind Outlet Center allgemein dafür bekannt, die zulässigen Öffnungszeiten so weit wie möglich auszunutzen.

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