Reisegepäck als Lichtblick
Die deutsche Lederwaren- und Kofferindustrie hat im ersten Halbjahr 2025 einen Umsatzrückgang von 6,4 Prozent auf 235,8 Millionen Euro verzeichnet. Während die Erlöse im Inland mit -8,9 Prozent deutlich zurückgingen, blieben die Auslandsmärkte stabil (+0,1 Prozent). Die Beschäftigtenzahl sank um 7,6 Prozent auf 855 Mitarbeiter in den meldepflichtigen Betrieben, real arbeiten jedoch schätzungsweise rund 2.400 Menschen in der Branche.
Die Exportentwicklung war insgesamt leicht rückläufig (-0,4 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro), wobei Reisegepäckprodukte eine positive Ausnahme bildeten. Besonders Koffer aus Kunststoff und Aluminium legten zweistellig zu. Handtaschenexporte entwickelten sich hingegen schwach: Sowohl Wert (-11,3 Prozent) als auch Durchschnittspreis (-6,7 Prozent) gingen spürbar zurück.
Die Importe stiegen im gleichen Zeitraum deutlich (+15,7 Prozent auf 2,22 Milliarden Euro). Hauptlieferland bleibt China, dessen Anteil auf 44,2 Prozent wuchs. Auch Vietnam, Indien und Indonesien konnten ihre Positionen ausbauen.
Für die zweite Jahreshälfte sieht die Branche Chancen vor allem im Reisesegment, beflügelt durch stabile Tourismuszahlen. Gleichzeitig fordert der Bundesverband der Schuh- und Lederwarenindustrie (HDS/L) weniger Bürokratie und neue Freihandelsabkommen, um die Wettbewerbsfähigkeit im internationalen Geschäft zu sichern.