Branchendialog in Pirmasens

Die Teilnehmer des Branchendialogs mit der rheinland-pfälzischen Wirtschaftsministerin Daniela Schmitt (Mitte)
Die Teilnehmer des Branchendialogs mit der rheinland-pfälzischen Wirtschaftsministerin Daniela Schmitt (Mitte)

Schuh- und Lederwarenindustrie im Austausch mit Landespolitik

Die aktuellen wirtschaftlichen und strukturellen Herausforderungen der deutschen Schuh- und Lederwarenindustrie standen im Mittelpunkt eines Branchendialogs am 7. Januar in Pirmasens. Auf Einladung des Bundesverbands der Schuh- und Lederwarenindustrie (HDS/L) kamen Vertreter von Unternehmen und branchennahen Institutionen mit der rheinland-pfälzischen Wirtschaftsministerin Daniela Schmitt zusammen. Gastgeber der Veranstaltung war die Schuhmanufaktur Kennel & Schmenger.

Ziel des Treffens war es, zentrale Herausforderungen der Branche zu benennen und gemeinsam Perspektiven für eine zukunftsfähige Entwicklung der Schuh- und Lederwarenindustrie zu diskutieren. Im Fokus standen dabei insbesondere die Themen Wettbewerbsfähigkeit, Bürokratieabbau und Innovation.

Wettbewerbsfähigkeit unter Druck

Die Teilnehmer nutzten die Gelegenheit, praxisnahe Einblicke aus unternehmerischer Sicht zu geben und konkrete Anliegen direkt an die Politik heranzutragen. HDS/L-Vorsitzender Carl-August Seibel verwies auf die hohe Dynamik, mit der sich Marktbedingungen, Wertschöpfungsketten und Wettbewerbsstrukturen verändern. Hersteller wie Politik seien gleichermaßen gefordert, mit diesem Tempo Schritt zu halten. Neben verlässlichen Rahmenbedingungen seien insbesondere schnellere Verfahren und weniger Bürokratie notwendig.

Auch mit Blick auf Förderinstrumente – etwa für internationale Messebeteiligungen, Standortentwicklung oder Forschung – wurde der Wunsch nach effizienteren und unbürokratischeren Abläufen deutlich. Prof. Dr. Günter Schell, seit Anfang Januar Leiter des Prüf- und Forschungsinstituts Pirmasens (PFI), betonte die Bedeutung unkomplizierter Unterstützung, um Innovationsprozesse in der Branche wirksam voranzubringen.

Kritik an internationalen Onlineplattformen

Deutliche Worte fanden die Branchenvertreter zudem mit Blick auf asiatische Onlineplattformen wie Temu oder Shein. Der designierte HDS/L-Hauptgeschäftsführer Torben Schütz forderte faire Wettbewerbsbedingungen und eine konsequente Durchsetzung bestehenden EU-Rechts. Wer Produkte auf dem europäischen Markt anbiete, müsse die gleichen rechtlichen Vorgaben erfüllen. Die derzeitige Situation stelle qualitätsorientierte Hersteller vor große Herausforderungen und verändere die Handelslandschaft nachhaltig.

In diesem Zusammenhang wurde auch die zunehmende Verödung deutscher Innenstädte thematisiert. Leerstände, Geschäftsaufgaben und der Verlust zentraler Treffpunkte seien nicht nur ein wirtschaftliches, sondern auch ein gesellschaftliches Problem, waren sich die Teilnehmer einig. Eine Entwicklung, mit der sich auch das Land Rheinland-Pfalz intensiv auseinandersetzt.

Wirtschaftsministerin Daniela Schmitt verwies auf bestehende Förderprogramme zur Belebung der Innenstädte, darunter individuelle Beratungsangebote für Einzelhändler. Gleichzeitig machte sie deutlich, dass politische Maßnahmen allein nicht ausreichen könnten. Das Konsumverhalten der Verbraucher lasse sich nicht politisch steuern.

Schuh- und Lederwarenindustrie in Rheinland-Pfalz

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes und des Statistischen Landesamtes Rheinland-Pfalz waren im Jahr 2024 insgesamt 17 Betriebe der Schuh- und lederverarbeitenden Industrie mit 20 und mehr Beschäftigten im Land ansässig – davon 15 in der Schuhindustrie und zwei in der Lederverarbeitung. Damit befindet sich rund jeder vierte Betrieb der deutschen Schuhindustrie in Rheinland-Pfalz. Insgesamt sind etwa 2.000 Beschäftigte in der Branche tätig. Zahlreiche weitere Unternehmen mit weniger als 20 Beschäftigten werden in der amtlichen Statistik nicht erfasst.

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