GermanFashion legt Modestatistik 2025 vor
Die deutsche Bekleidungsbranche hat das Jahr 2025 mit einem Umsatzrückgang abgeschlossen. Wie der Branchenverband GermanFashion mitteilt, lag der Gesamtumsatz um 1,4 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Während das Inlandsgeschäft um 2,1 Prozent nachgab, fiel das Minus im Export mit 0,5 Prozent moderater aus.
Besonders betroffen war das Segment der sonstigen Oberbekleidung, das einen Rückgang von 2,2 Prozent verzeichnete. Damit spiegelt sich die Entwicklung vor allem in jenem Bereich wider, der einen Großteil der Mitgliedsunternehmen repräsentiert. Als stabiler Gegenpol erwies sich lediglich die Berufs- und Schutzbekleidung, die ein Umsatzplus von 3,3 Prozent erzielen konnte.
Die Rahmenbedingungen bleiben herausfordernd: Globale Krisen, anhaltende Störungen in den Lieferketten, eine zurückhaltende Konsumstimmung im Inland sowie steigende Investitionen – insbesondere im Bereich Nachhaltigkeit – belasten die Branche weiterhin. Parallel dazu ist auch die Beschäftigtenzahl leicht um 1,3 Prozent gesunken, was unter anderem auf Insolvenzen im Jahresverlauf zurückgeführt wird.
Importe und Nearshoring gewinnen an Bedeutung
Im Außenhandel zeigt sich ein differenziertes Bild. Insgesamt gingen die Bekleidungsexporte – einschließlich der großen Handelsunternehmen – um drei Prozent zurück. Rückläufige Ausfuhren betreffen nahezu alle Produktgruppen, besonders deutlich bei Kleidern (-10,6 Prozent) sowie bei Anzügen und Kombinationen für Herren (-14 Prozent). Wachstum verzeichneten hingegen einzelne Märkte wie Polen und die Schweiz, während wichtige Absatzländer wie Österreich, die Slowakei und Rumänien Einbußen hinnehmen mussten. Trotz bestehender Zollproblematik entwickelten sich die USA leicht positiv.
Gleichzeitig gewinnt die Beschaffungsseite an Dynamik. Die Importe aus den wichtigsten Sourcingländern stiegen 2025 um rund neun Prozent. Neben klassischen Produktionsländern wie China, Bangladesch und der Türkei verzeichneten insbesondere Nearshoring-Regionen deutliche Zuwächse. Länder wie Ägypten, Tunesien und Marokko bauten ihre Bedeutung weiter aus, während auch Portugal und Vietnam spürbare Importsteigerungen erzielten.
Für 2026 rechnet die Branche mit einer Fortsetzung des anspruchsvollen Umfelds. Die Unternehmen agieren laut GermanFashion weiterhin vorsichtig und setzen verstärkt auf Kostenkontrolle sowie resiliente Lieferketten. „Vor diesem Hintergrund dürfte sich der Trend zum Nearshoring – insbesondere in nordafrikanische Länder – auch im Jahr 2026 fortsetzen“, fasst Justus Lebek zusammen, der neue Präsident von GermanFashion und geschäftsführender Gesellschafter von Lebek International Fashion.








